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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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42. Dritterröm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (4945 v. Chr.). 225

alexandrinischen Krieg (siehe S. 232) verwickelt und durch den-selben wie durch andere Umstände in Aegypten festgehalten.

Während er in Griechenland operirte, hatte er an zwei anderen Or-ten Unfälle erlitten. Der Befehlshaber eines pompejanischen Geschwa-ders, Lälius, war vor Brundisium erschienen, hatte sich der Insel vordem Hafen bemächtigt und den letzteren blokirt. Ein anderes pompeja-nisches Geschwader unter Befehl des Cassius war vor die Stadt Messana(heute Messina) auf Sicilien gesegelt, hatte dort dreissig und in der Nach-barschaft noch fünf Schiffe Cäsar's verbrannt, und war dann erst wiederabgesegelt, nachdem die Nachricht von dem Siege bei Pharsalus sichverbreitet hatte.

§. 303.Allgemeiner Rückblick und Betrachtungen.

Ein Bückblick auf die Thaten des Cäsar und des Pompejus in Grie-chenland führt zu folgenden Schlussbetrachtungen:

Das Ziel war auf beiden Seiten die Ueberwindung und Niederwer-fung des Gegners durch Gewalt der Waffen, und die Erlangung der all-einigen Oberherrschaft in Rom. Die mehrmaligen Versuche Cäsar's, einEinverständniss mit Pompejus zu erzielen, sind nicht anders als in demSinne der besondern Politik des Ersteren aufzufassen, der das ersicht-liche Recht auf seiner Seite haben wollte. Nicht dazu hatte er die Waffenergriffen und den Bürgerkrieg entzündet, um mit Pompejus die Machtzu theilen und ein Duumvirat zu begründen. Das war eine Unmöglich-keit für den, der gesagt hatte: »besser der Erste in Tusculum, als derZweite in Rom«. Das war nicht das Ziel, das er von seiner Jugend anunbeugsam verfolgt hatte.

Die Mittel aber, welche auf beiden Seiten zur Erlangung ihres Zie-les angewendet wurden, waren merklich verschieden von einander. AufSeiten Cäsar's tritt in dieser Hinsicht hervor: ein aussergewöhnlich wei-ter Blick, Gründlichkeit, Beharrlichkeit und Consequenz, Klugheit undKraft in allen Massregeln, Entwürfen und Handlungen. Acht Jahrelang (58 51) hatte er das Werkzeug und die Operations-Basis für denseinem Geiste schon vorschwebenden Kampf vorbereitet, für diesenKampf, der zwischen ihm und Pompejus die Entscheidung bringenmusste. Und beides hatte er in vorzüglichem Maasse gewonnen, so inseiner zehn Legionen starken, sieggewohnten, in Mühen und Kämpfen

Gtalitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. I, 4. 15