220 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
Ganzen etwa 42—43,000 Mann. Die Zahl der Truppen auf beidenSeiten ist nicht genau bekannt, nur so viel steht fest, dass Pompejus fastdoppelt so stark war als Cäsar*).
Die Lager des Pompejus und Cäsar's standen auf Anhöhen auf demrechten Ufer des Enipeus, das erstere mit der rechten, das letztere mitder linken Flanke gegen diesen Fluss. Zwischen beiden Lagern dehntesich eine weite Ebene. Auf diese (am 29. Juni) hinabrückend formirteCäsar sein Heer in Schlachtordnung und drei Linien; die tapfere zehnteLegion, welche bei Dyrrhachium sehr gelitten hatte, stellte er unter Sul-la's Befehl auf den äussersten rechten Flügel, die achte und neunte Le-gion zusammen**) unter Antonius auf den linken Flügel, die übrigenCohorten ins Centrum unter des Domitius Befehl. Sechs auserleseneCohorten wurden aus der dritten Linie genommen und als Beserve hinterdem rechten Flügel aufgestellt, um diesen zu verstärken und zu unter-stützen und ihn gegen die Angriffe der pompejanischen Beiterei im off-nen Felde zu schützen. Seine gesammte nur schwache Cavallerie ver-stärkte er durch Cohorten seines besten Fussvolks, welche er zwischendie Abtheilungen derselben vertheilte, wobei er ihnen erklärte, dassdurch dieses Mittel seine 1000 Beiter kühn den 7000 Mann der pompe-janischen Cavallerie die Spitze bieten könnten. Zwei Cohorten hatte erim Lager zurückgelassen ***). Cäsar ritt an alle Truppen heran, ent-flammte ihren Muth und ihre Begeisterung durch eine kurze Anrede,bemerkte den sechs Cohorten hinter dem rechten Flügel, dass von ihrerHaltung die Entscheidung des Kampfes abhängen werde, rieth beim
*) v. Göler berechnet, auf die Angaben in Cäsar's Commentarien und Andregestützt, für Pompejus 48,000 Mann Legionär-Soldaten, 2000 Veteranen, an 4000Bogenschützen etc., 7000 Mann Cavallerie und eine unbestimmte Anzahl Hülfsvöl-ker; für Cäsar dagegen 30,000 Mann Legions-Soldaten, 1000 Mann Reiterei, undeinige Ilülfstruppen. Die in den vorhergehenden §§. dieses Werkes erwähnten De-tachirungen von Abtheilungen Cäsar's ins Innere des Landes, wie nach Oricuni,Apollonia u. s. w. ergeben gleichfalls die Zahl von acht Legionen ca als die beiPharsalus kämpfende Macht Cäsar's. Siehe ausserdem v. Göler: die Kämpfe beiDyrrhachium und Pharsalus. Anmerkung des Uebersetzers.
**) »sodass sie gleichsam nur'eine Legion bildeten«, sagt Cäsar, die neuntehatte besonders viel bei Dyrrhachium verloren.
Anmerkung des Uebersetzers.***) Napoleon I. sagt, dass Pompejus 110 Cohorten und 45,000 Mann römischerTruppen, Cäsar deren nur 30,000 Mann gehabt habe, von denen die achte, neunteund zehnte Legion auf dem rechten Flügel, 80 Cohorten im Centrum, je eine Co-horte von jeder Legion aus der dritten Linie, hinter der Cavallerie des rechten Flü-gels gestanden haben; zwei Cohorten seien im Lager geblieben. Dies würde, dieLegion zu zehn Cohorten gerechnet, 172 Cohorten oder mehr als 17 Legionen erge-ben, was ganz falsch ist.