212 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
gemeldet sei, es marsckire hinter einem nahe gelegenen Gehölze einepompejanische Legion, um das am Meere gelegene Lager zu besetzen,und deshalb habe er unter Zurücklassung von nur zwei Cohorten in sei-nem Lager sich mit 33 Cohorten in zwei Colonnen aufgemacht, um diesepompejanische Legion aufzuheben. Dies Alles ist ohne einen Plan oderwenigstens eine deutliche Beschreibung des damaligen Terrains und derVerschanzungen dort um so weniger verständlich, als von beiden Seitenhäufig kleinere Lager an verschiedenen Stellen bezogen worden waren.Es genügt zu sagen, dass Cäsar das Lager oder die Verschanzung derpompejanischen Legion angriff", wobei er persönlich den linken Flügelseiner Abtheilung commandirte, und dass er die pompejanische Legionaus der grossen in eine kleinere Schanze warf, noch bevor Pompejushatte zu Hülfe kommen können. Hierbei aber waren die Truppen desrechten Flügels und dahinter die ganze Cavallerie Cäsar's in Unkennt-niss über das Terrain und die ihnen entgegenstehenden Verschanzungenimmer weiter über die Linien dieser Verschanzung hinausgegangen, dasie auf keinen Feind in denselben gestossen waren. Inzwischen kamPompejus mitSuccurs herbei, eine Legion und Cavallerie, und schickte dieletztere gleich gegen Cäsar's Cavallerie vor. Diese, bei Ueberschreitungder Verschanzung in ihren Reihen gelockert, warf sich zurück, um sichzu rangiren. Durch das Herannahen des Pompejus ermnthigt, ging seinezurückgedrängte Legion auch wieder zum Angriff vor. Das Fussvolkauf Cäsar's rechtem Flügel, vom linken zu weit abgerathcn, begann sichüber die feindliche Verschanzungslinie wieder zurückzuziehen, geriethdabei in Unordnung und Verwirrung und ging endlich in wilder Fluchtzurück. Dasselbe geschah auch mit dem Fussvolk von Cäsar's linkemFlügel. Vergeblich ergriff Cäsar selbst eine Fahne und bemühte sich dieFliehenden aufzuhalten und zu sammeln: alle bei ihm befindlichen Trup-pen flohen in vollkommner Auflösung und entgingen nur deshalb dergänzlichen Vernichtung, weil Pompejus aus Furcht, in einen Hinterhaltzu fallen und selbst geschlagen zu werden, nicht lebhaft zu verfolgen,noch Cäsar's Schanzen zu stürmen wagte, und dann, weil des PompejusReiterei bei Verfolgung der Fliehenden durch die die Eingänge undThore ihrer Verschanzungen vertheidigenden Truppen Cäsar's aufgehal-ten wurde. Jedenfalls hält es schwer, sich eine ganz klare Vorstellungvon dem Verlaufe dieses Kampfes und der demnächstigen Flucht der cä-sarischen Truppen sowie von der Verfolgung derselben durch Pompejuszu machen. Nur soviel steht fest, dass nur ein kleiner Theil von Cäsar'sTruppen geschlossen und geordnet blieb und die Flucht der Mehrheitdeckte *).
Auch hierüber siehe v. Göler. Anmerkung des Uebersetzers.