42. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (49—45 v. Chr.). 211
Cavallerie zu Fouragirungen passiven musste. Dies zwang den Pompe-jus, seine ganze Cavallerie in seinem Lager zusammen zu halten, wo siebald die äusserste Noth litt. Nun endlich entschloss sich Pompejus, durcheinen Ausfall das Glück zu versuchen. Gerade zur selben Zeit gingenvon Cäsar's Reiterei zwei allobrogische Gallier zu Pompejus über, dieihm die Beschaffenheit der Linien und Lager Cäsar's verriethen und ihmals Führer und Wegweiser dienten. Der Plan des Pompejus bestanddarin, dass er den Endpunkt der Linie Cäsar's am linken Flügel von derSee aus umgehen und im Kücken angreifen wollte, da wo diese Liniean das Meeresufer herantrat, aber längs des Ufers noch nicht befestigtwar, einen Punkt also, der von Cäsar's Lager am weitesten ab lag.Demgemäss dirigirte Pompejus zur Nacht 60 Cohorten längs des Meeres-ufers dorthin, ein anderes starkes Corps von Fussvolk und Bogen-schützen wurde auf Schiffen ebendahin geführt. Den ersteren 60 Cohor-ten befahl er zum Schutze gegen feindliche Schleuderer und Schützenihre Helme mit Schilf und Reisern zu umflechten und sich mit Faschinenzu versehen.
Der durch die beiden allobrogischen Ueberläufer bezeichnete Angriffs-punkt war von Pompejus gut ausgewählt. Der linke Endpunkt der Ver-schanzungslinie Cäsar's schloss sich an dieser Stelle an das Ufer desMeeres an und bog sich längs desselben eine kleine Strecke zurück, wodie Arbeit noch gar nicht beendet war, der Wall war hier zehn Fusshoch, der Graben 15 Fuss tief. Die neunte Legion hatte diesen Theildicht am Meere besetzt, stand also sehr weit ab von Cäsar's Lager, dasam rechten Flügel der Linie vor Dyrrhachium lag.
Der Angriff wurde am 24. Mai bei Tagesanbruch ausgeführt undhatte vollen Erfolg. In Front und Rücken heftig attakirt, wurde dieneunte Legion aus der Verschanzung hinaus geworfen, welche der Feinderstürmte, wurde in Unordnung und Verwirrung gebracht und hatte vieleVerluste. Der in den benachbarten Schanzen befehligende Legat M. An-tonius eilte mit 12 Cohorten zur Hülfe herbei, brachte den Feind zumStehen und drängte ihn sogar zurück. Auf die Meldung hiervon eilteCäsar aus seinem Lager persönlich mit Verstärkungen auf den Kampf-platz. Die weitere Darstellung des Verlaufs auf beiden Seiten ist in Cä-sar's Commentaren unklar und unverständlich. Cäsar sagt, dass, sowiePompejus aus seinem Lager abgerückt sei und das linke Ende von Cä-sar's Linien angegriffen habe, er (Cäsar) seinen früheren Plan der Ein-schliessung des Pompejus aufgegeben und ein Lager nahe bei dem desPompejus bezogen habe *). Weiterhin sagt er, dass ihm von Spähern
*) Behufs klaren Verständnisses des Ganzen siehe v. Güler, Kämpfe umDyrrhachium und Pharsalus. Anmerkung des Uebersetzers.
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