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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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210 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

verschiedene Treffen vorfielen, drei bei Dyrrbachium und drei an derverschanzten Linie, wobei Pompejus 2000 Mann und viele höhere undniedere Offiziere, sowie sechs Feldzeichen verlor, während Cäsar's Trup-pen nur 20 Todte, aber sehr viele Verwundete hatten, namentlich in derSchanze, gegen die des Pompejus Hauptangriff gerichtet gewesen war.Es ist aus Cäsar's Schilderung nicht ersichtlich, aus welchem Anlassoder Grunde Pompejus diesen Angriff machte, ebensowenig, warumeinige Tage nachher Pompejus ein neues Lager bezog und stark be-festigte (mit einem 15 Fuss hohen Walle) und fünf Tage darnach wiederin sein altes Lager zurückging*).

Inzwischen hatte Cäsar beschlossen, ausser den zur Besetzung vonAetolien und Akarnanien bereits detachirten Legaten Cassius und Calvi-sius (siehe oben) auch noch den Legaten Calenus behufs Uebernahmedes Oberbefehls über diese Corps und Besetzung von Achaja im Pelo-ponnes mit denselben zu entsenden, um dadurch den Pompejus mögliebstan Macht zu beschränken, seine eigene Macht in den entfernteren Ge-genden Griechenlands dagegen zu erweitern. In Achaja und den nächst-gelegenen Orten standen pompejanische Besatzungen unter dem Com-mando des Legaten Butilius Lupus. Dieser versuchte, wie es scheintvergeblich, die Landenge von Korinth durch eine verschanzte Linie ab-zusperren. Während dessen ergaben sich aber Delphi, Theben und Or-chomenus in Böotien an die Legaten Cäsar's.

Nach dem oben geschilderten Kampfe an den Linien bei Dyrrha-chium führte Cäsar, um aus seiner schwierigen Lage herauszukommen,während mehrerer Tage sein Heer aus dem Lager, dem Pompejus denKampf anbietend. Pompejus that zwar dasselbe, mochte aber ersicht-lich keinen allgemeinen Kampf engagiren, zu dem es denn auchnicht kam.

Nun wollte Cäsar abermals Friedens-Unterhandlungen anknüpfen,wozu er vermuthlich triftige Gründe hatte. Zu diesem Zweck schickteer zu dem pompejanischen Legaten Scipio in Macedonien dessen FreundClodius mit einem Schreiben, in welchem er Scipio bat, zwischen ihmund Pompejus Vermittler zu sein. Clodius batte erst einige Besprechun-gen mit Scipio, wurde dann aber nicht mehr vorgelassen und kehrteohne irgendwelche Antwort zu Cäsar zurück. Nun hatte Cäsar dieUeberzeugung gewonnen, dass solchen Gegnern gegenüber Nichts übrigblieb, als mit Gewalt der Waffen ihre Zustimmung zu erzwingen.

In Folge dessen Hess er bei Dyrrhachium starke Befestigungen auf-führen den beiden einzigen Ausgängen gegenüber, welche des Pompejus

" *) De bello civili IJ.I, 5155 ist diese Angelegenheit beschrieben und erscheintim Zusammenhang ganz verständlich. Anmerkung des Uebersetzers.