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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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208
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208 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

seits viele Vortheile: er stand central, konnte sich bequem aus seinemLager auf dem kürzesten Wege nach allen Seiten wenden, namentlichauch von einem Endpunkt seiner Linie zum andern, hatte rund umherbesäete Felder und Wiesen (es war im Mai) und (hinter sich das Meermit seiner eignen Flotte und freier Verbindung; endlich besass er mehrTruppen, besonders mehr Cavallerie als Cäsar.

Das Bestreben des Letzteren, den Pompejus mehr und mehr einzu-engen, und des Pompejus Bemühen, Cäsar abzudrängen, gab Anlass zutäglichen kleinen Treffen. Bei dem einen derselben hatte Cäsar's neunteLegion eine Anhöhe südlich des Lagers und der t Linien des Pompejusauf dem linken Apsus-Ufer besetzt, und begann sich dort zu ver-schanzen, wurde aber von den Bogenschützen und Wurfmäschinen desPompejus nachdrücklich beschossen. Um sie aus dieser üblen Lage zubefreien, Hess Cäsar am Rande der Kuppe starke Hürden aufstellenund dahinter einen Graben mit Hindernissmitteln an beiden Enden aus-werfen. Hinter diese Hürden und den Graben stellte er seine Bogen-schützen und Hess nun unter deren Schutze die Legion sich nach einerrückwärts gelegenen Höhe zurückziehen. Der Feind stürzte hinter derneunten Legion her, warf die Hürden um, wurde nun aber von derwieder vorgehenden neunten Legion geworfen, die darauf ungestört ihrenRückzug auf die andere Kuppe fortsetzte und sich dort verschanzte. DieDarstellung dieser Affaire ist in Cäsar's Commentaren unvollständig undunklar, indem anfänglich nur von einem theilweisen Scharmützel derneunten Legion gegen die Bogenschützen und Schleuderer des Pompe-jus, dann aber von einem allgemeineren Gefecht mehrerer Legionengegen einander die Rede ist, sodass man schliessen muss, dass auf bei-den Seiten Verstärkungen herangeführt wurden, in Folge dessen sichdann ein ziemlich allgemeiner und wichtiger Kampf entspann*). DieAnfertigung von Flechtwerk und die Aushebung eines Grabens mittenim Kampfe beweist aber, bis zu welchem Grade die römischen Soldatenzu jener Zeit fortificatorische Arbeiten selbst während des Gefechts leichtund rasch auszuführen verstanden.

Cäsar stellt seine Lage nach diesem Kampfe so dar, dass sie selt-sam und ungewöhnlich erscheint. Trotzdem er den Pompejus blokirteund ihn rings umschlossen hielt, so war des Letzteren Lage doch günsti-ger als die Cäsar's, theils aus den schon angeführten Gründen, theilsdeshalb, weil Cäsar eine zusammenhängende Verschanzungs-Linie vonvier Meilen Länge mit 26 einzelnen Schanzen in derselben herstellen,besetzen und vertheidigen, und, was das Schlimmste war, zugleich einen

*) Die Darstellung in Cäsar's de bello civili III, 45 und 46 erscheint doch nichtso unklar. Anmerkung des Uebersetzers.