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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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42. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u.Pompejus (4945 v. Chr.). 201

eilte nun nach Dyrrhachium. Aber noch bevor er dort anlangte, ver-breitete sich in seinem Heere in Folge der Nachricht von Cäsar's Er-scheinen ein solcher Schrecken, dass viele Soldaten ihre Waffen weg-warfen und nach Epirus und in die benachbarten Gegenden flohen. End-lich traf Pompejus bei Dyrrhachium'ein und bezog vor der Stadt einbefestigtes Lager. Ein Beweis für die Bestürzung und das Schwankenin des Pompejus Armee ist auch dies, dass Labienus zuerst und nachihm alle Legaten, Tribunen, Centurionen, zuletzt auch die gemeinenSoldaten dem Pompejus schworen, dass sie treu zu ihm haltenwollten, es komme was da wolle. Wäre nicht Gefahr und Furchtvorhanden gewesen, so würden sie einen solchen Eid nicht geleistethaben.

Als Cäsar erfuhr, dass Pompejus ein Lager bei Dyrrhachium bezo-gen habe, legte er seine Truppen gleichfalls in ein Lager vor Apolloniaauf dem linken Ufer des Apsus, um dadurch die Stadt und das Landhinter sich zu decken und so die Ankunft seiner übrigen Truppen ausItalien zu erwarten.

Nun schlug Pompejus sein Lager Cäsar gegenüber am rechtenApsus-Ufer auf und schickte an alle seine Truppen den Befehl, zu ihmzu stossen. Er war zu dieser Zeit dem Cäsar so überlegen an Kräften,dass er mit allen Mitteln zur entschiedensten Offensive gegen ihn hätteschreiten können und müssen. Aber statt dessen verbrachte er wiederzwei ganze Monate (November und December 49) in absoluter Unthätig-keit, als ob nicht ihm, sondern Cäsar Gefahr drohte. Die einfachste Be-rechnung forderte, dass er diese für ihn so günstige und vortheilhafteLage ausnutzte, da Cäsar nur die Hälfte seiner Armee bei sich hatte,während die andere Hälfte durch die Flotte des Pompejus an der Ein-schiffung bei Brundisium und Landung an der Küste von Epirus verhin-dert werden konnte und musste, indem einTheil dieser Flotte die Ufer vonItalien und Epirus blokirte, der andere Theil dazwischen kreuzte. Zugleicher Zeit aber hätte Pompejus zu Lande den Cäsar von den epiroti-schen Küsten abschneiden und ins Innere des Landes drängen sollenund können. Von dem Allen aber geschah Nichts, Pompejus beharrte inseiner Unthätigkeit.

Während dessen hatte der Legat Cäsar's, Calenus, die übrigenTruppen zu Brundisium auf die Schiffe gesetzt, konnte aber nicht inSee gehen, weil Bibulus im Hafen von Oricum stand und die Küste vonEpirus blokirt hielt. Da aber diese* Küste von Cäsar besetzt war undBibulus an ihr weder Wasser noch Holz erlangen konnte (Vorräthe da-von aufzuspeichern hatte er früher unterlassen), so nahm er seine Zu-flucht zur List. Er schickte zu den Legaten Cäsar's in Oricum und Hessihnen sagen, er habe dem Cäsar persönlich sehr wichtige Nachrichten