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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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41. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (4948 v. Chr.). 191

des Sieges aber würden sie viel mehr als er gewonnen haben. Aberweder zum Einen noch zum Andren sich entschliessend verspielten sieAlles, und es blieb ihnen Nichts übrig, als das Leben durch eine Nieder-legung der Waffen zu erkaufen, oder durch den Tod der Schande zu ent-gehen.

Kurzum, Cäsar hatte nichts Wichtiges und Entscheidendes unter-lassen, aber Alles gethan, was zu dem erwünschten und voraus berech-neten Ende führen musste. Wäre er stärker gewesen, so würde erUerda belagert oder eingeschlossen haben, das Ende wäre dasselbe ge-wesen. Aber ausser Stande dies zu thun, blieb er da wo er stand bis zudem Moment, wo die pompejanischen Legaten sich nicht mehr Mundvor-rath und Wasser beschaffen konnten. Ein Glück für Cäsar war aller-dings auch dies, dass sie ihren Abmarsch um ganze 24 Stunden ver-zögert hatten, aber Cäsar verstand es auch, diesen Zufall aufs Besteauszunutzen.

Napoleon I. bemerkt gelegentlich der Operationen am Sicoris,dass Cäsar die ihm gleich starke Armee nur durch seine vorzüglicheKunst im Manövriren besiegt habe, dass ähnliche Resultate nurin Bürgerkriegen zu erlangen möglich sei, und endlich, dass dieErdarbeiten, welche Cäsar bei Uerda behufs Ableitung des Wassersaus dem Sicoris ausgeführt habe, sehr wichtig und gewagt waren.Es verdient in der That besondre Beachtung, dass Cäsar sein Ziellediglich durch Manövriren unter steter Vermeidung des Kampfes er-reichte. Im Alterthum war das höchst selten, eine Ausnahme von derRegel, namentlich bei den Römern, deren Grundsatz es war, denKrieg wie den Kampf angriffsweise zu führen mit dem Zweck zukämpfen und den Feind entscheidend zu besiegen, ja womöglichzu vernichten. In .Hispanien aber hatte sowohl gegen Afraniusund Petrejus wie gegen Varro, Cäsar durchaus nicht die Absicht ihreHeere zu besiegen und zu vernichten, sondern im Gegentheil, er wolltesie erhalten, Hispanien von ihnen säubern, oder sie auf seine Seiteziehen, und diesen Zweck erreichte er vollkommen und allein durchsein Manövriren. Was aber seine Arbeiten zur Ableitung des Wassersaus dem Sicoris anbelangt, so gehören sie zu den allermerkwürdigstendieser Art im ganzen Alterthume.