19U HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Clir. v .
Augenblick au unternimmt Pompejus absolut Nichts gegen ihn, wederin Italien noch in Hispanien! Eine solche Unthätigkeit ist in der Thatunbegreiflich, und nicht umsonst hatte Cäsar aufsein G-lück vertraut.Es hatte ihn wirklich aussergewöhnlich begünstigt, womit indessenKunst und Ruhm seiner Operationen nicht im Geringsten geschmälertwerden soll. Nicht ihm allein, sondern allen grossen Feldherren, standgleich wie ihm das Glück mehr oder weniger zur Seite, aber nicht etwadurch die Einwirkungen blinden Zufalls, sondern weil sie und indem sieunter Andrem auch persönlich die Kunst besassen, die Wendungen desGlücks zu errathen. vorher zu sehen, es auf ihre Seite zu bringen, sichdesselben zu bemächtigen, es dauernd an sich zu fesseln und es im voll-sten Masse auszunutzen. Dies Alles traf bei Cäsar in hohem Grade zu-sammen, und dies allein schon würde ihm zu Ehre und Ruhm gereichen,welches übrigens auch seine geheimen Beweggründe, Absichten undZiele gewesen sein möchten. Die Unthätigkeit des Pompejus, eine Folgeseiner Charakterschwäche und seines gesunkenen Muthes, und der ver-derbliche Einfluss hiervon auf seine Anhänger in Italien und Hispa-nien, besonders aber auf Afranius, Petrejus und Varro, war gleichfallsein Glück für Cäsar, aber ein Glück, das er als wahrhaft grosser Mannauszunutzen verstand. Nicht Afranius, Petrejus und Varro, sondernPompejus durch seine Unthätigkeit war daran Schuld, dass diese seinedrei Legaten mit ihren sieben alten besten Legionen sich in Hispaniengegen Cäsar nicht halten konnten. Konnten sie voraussetzen, dass Pom-pejus Hispanien weniger wichtig für sich halten werde, als Cäsar?Aber daran waren Afranius und Petrejus allein Schuld, dass sie ihre undCäsar's gegenseitige Lage ganz falsch ansahen und nicht begriffen,wessen Cäsar, sogar in so schwieriger, ja fast verzweifelter Situationwie bei Ilerda fähig war. Da sie ihn von Wasser umgeben und vonAllem abgeschnitten sahen, wähnten sie, dass er zu Grunde gehenmüsse, sie bedachten nicht, dass dies Cäsar war und .nicht ein gewöhn-licher Feldherr, und statt seiner sahen sie bald genug sich selber amRande des Verderbens. Dazu kam noch die Nachricht von dem Seesiegedes Brutus bei Massilia. und nun machten die pompejanischen Legaten,gänzlich den Kopf verlierend, Fehler auf Fehler und wussten die vortreff-lichen Eigenschaften ihrer alten besten pompejanischen Legionen nichtzu verwerthen. Cäsar konnte bei dieser Lage der Dinge nur auf seinemPlan eines Umgehungsmarsches beharren und vorzugsweise seine aus-gezeichnete Reiterei zur Thätigkeit bringen. Und je weiter sie marschir-ten, desto mehr inussten sich des Pompejus Legaten verloren geben, jasie dachten auch nicht einmal daran mit Gewalt durchzubrechen oderwenigstens die Chancen eines Kampfes zu versuchen. Im Fall desMisslingens hätten sie nicht mehr verlieren können als Cäsar, im Fall