41. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u- Poinpejus (49—48 v. Chr.). 185
vermochte er dazu; einen Eid schwören,, dass sie den Poinpejus nichtverrathen, ihre Adler und Caine*raden nicht im Stiche lassen wollten.Hiermit waren auf einen Schlag alle bereits erwachten Hoffnungen ver-nichtet.
Cäsar verfuhr seinerseits ganz entgegengesetzt: er versammeltealle die afranischen Soldaten und Offiziere, redete freundlich und wohl-wollend mit ihnen und entliess sie sehr befriedigt in ihr Lager. Einigeder Centurionen und Tribunen blieben aus freien Stücken im LagerCäsar's.
§. 293.
Marsch des Afranius und Petrejus, und hinter ihnen Cäsar's, nach
Herda zurück.
Da sie Futter bedurften, mit Mühe nur sich Wasser beschaffenkonnten, und sahen, dass ihre Hülfstruppen. äusserste Noth leidend,täglich zu Cäsar übergingen, so entschlossen sich Afranius und Petrejusendlich zum Rückzuge nach Ilerda. Ihren Weg dahin nahmen sie aberüber Anhöhen und Berge, um sich besser gegen Cäsar's Reiterei zusichern.
; Cäsar folgte ihnen -wiederum in derselben Ordnung, d. h. die Reite-rei dicht auf, das Fussvolk zur rechten Seite. Bei dieser Gelegenheitschildert Cäsar in seiner Darstelluug ausführlich alle die verschiedenar-tigen Beschwerden dieses Marsches durch die Berge, welche die Trup-pen des Afranius und Petrejus theils vom Terrain, theils von seiner Ca-vallerie zu erleiden hatten, während die feindliche Cavallerie soschwach an Zahl und so schlecht war, dass sie sogar in der Mitte derArmee zwischen den Legionen marschirte und der des Cäsar nicht dieStirn zu bieten wagte.
Afranius machte oftmals Halt und verlor viele Leute in den Schar-mützeln seiner Arriere-Garde mit Cäsar's Reitern. Der Letztere folgteihm unausgesetzt, marschirte und blieb stehen gleichzeitig mit ihm,rückte auch mehrmals in Schlachtordnung gegen ihn vor, aber nicht umsich mit ihm in ein Gefecht einzulassen, was er vielmehr aus denselbenUrsachen nach wie vor vermied.
Dieses Verhalten Cäsar's zwang den Afranius, zu halten oder zumarschiren, wo und wie es die Umstände gerade ermöglichten, und inFolge dessen kam er immer weiter vom Sicoris ab und begann an Was-ser und selbst auch an Fourage den äussersten Mangel zu leiden. End-lich schlug er auf einem Berge ein Lager auf. Hess nur die Lagerwachendarin zurück und ging mit dem Rest zum Sicoris hinab, aber das half