\ 54 III. Vom Tode Alexandor's d. Gr. bis zu Augustus 323—30 v. Chr.).
zu bringen, indem er dem Feinde die Lebensmittel abschnitt, so dass esnicht nöthig war, seine Truppen unnützem Kampfe auszusetzen; 2) weiler um theuren Preis aber nutzlos den Sieg errungen haben würde. dener so auch ohne Kampf sicher in Händen hatte; und 3) weil er nichtFremde, sondern seine eignen Landsleute und Mitbürger sich gegen-über hatte. Als sie dies hörten, begannen seine Soldaten laut zu murrenund drohten, dass sie ihm nun auch nicht gehorchen würden, wenn ersie ein andermal gegen den Feind führen wolle. Aber Cäsar achtetenicht darauf und ging sogar noch etwas zurück, um, wie er sagt, »demFeinde die Furcht zu benehmen«. Afranius und Petrejus machten sichdies zu nutze und bezogen das eben erwähnte Lager auf dem Berge.Cäsar Hess nun alle Anhöhen rings umher und alle Wege zum Iberusbesetzen, er selbst schlug so nahe als möglich am Feinde sein Lager auf.
Auf Cäsar's Seite ist dies Alles begreiflich, vollkommen unbegreif-lich dagegen auf Seiten so erfahrener Feldherren wie Afranius und Petre-jus. Alle Bewegungen und Handlungen derselben ohne Ausnahme warenso fehlerhaft, dass sie durch Nichts zu erklären sind, als dadurch, dassAfranius wie Petrejus vollständig den Kopf und die ruhige Geistesgegen-wart verloren hatten. Durch ihre groben Fehler hatten sie es selbstver-schuldet, dass sie endlich in eine Lage gerathen waren, aus der es nurzwei Auswege gab: kämpfend untergehen, o'der die Waffen strecken.
Am folgenden Tage hielten sie Kriegsrath, um zu beschliessen, obman nach Ilerda zurück, oder nach Tarraco gehen solle. Aber zur sel-ben Zeit erfuhren sie, dass der Feind die nach Wasser zum Sicoris. der2000 Schritt rechts von ihrem Lager floss, ausgeschickten Mannschaftenangreife. Sie eilten dorthin und stellten zwischen Lager undFluss einigeAbtheilungen Infanterie und Cavallerie auf, dann ordneten sie au, dassauf dieser ganzen Strecke ein Wall mit Vorgraben gezogen werden solle.Während ihrer Abwesenheit aber waren die Soldaten aus beiden einan-der so nahe gelegenen Lagern zu einander hingelaufen und hattenfreundschaftliche Unterredungen angeknüpft; im Lager der pompejani-schen Legaten sprachen deren Truppen, römische wie hispanische, Ge-meine wie Offiziere, sogar der Sohn des Afranius, den lebhaften Wunschaus, die Sache in friedlicher Weise auszutragen, indem sie auf Cäsar'sGrossmuth bauten. Es wurden von ihnen sogar Deputationen mehrererCeuturionen, Tribunen, hispanische Geiseln u. s. w. zu Cäsar geschickt.
Als sie das hörten, eilten Afranius und Petrejus in ihr Lager zurück:der Erstere war ersichtlich geneigt der günstigen Wendung der DingeFortgang zu geben. Petrejus aber rief seine Soldaten zu den Waffen,schickte eine hispanische Prätorianer-Cohorte und einen Theil der Hülfs-reiterei vor, Hess die Soldaten Cäsar's aus dem Lagerjagen. Einige der-selben niederhauen, und Hess sich dann vom Heere (selbst den Afranius