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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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186
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186 III- Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).

ihm zu Nichts. Das Thal des Flusses war bereits von Cäsar's Cavalleriebesetzt, und Cäsar's Legionen begannen die Armee des Afranius miteiner verschanzten Linie zu umschliessen, die in Form eines grossenHalbkreises sich mit ihren Enden an den Sicoris anschloss. Diese grosseund mühselige Arbeit rückte nach und nach weiter und drohte den Afra-nius gänzlich von der Annäherung an den Sicoris, wie vom Rückmarschlängs desselben nach Ilerda abzuschliessen. Deshalb entschloss Afra-nius sich endlich wieder nach Ilerda hin aufzubrechen. Er hatte fünfalte römische Legionen bei sich (ca. 25,000 Mann), eine grosse Anzahlhispanischer Truppen, und einige schlechte Cavallerie. Er formirte seineLegionen in zwei Linien, die Hülfstruppen in äer[ dritten. Cäsar sam-melte sogleich alle seine Arbeiter und stellte seine fünf Legionen in dreiLinien auf, in deren erster 20 Cohorten, in der zweiten und dritten je15 Cohorten standen, das leichte Fussvolk in die Intervalle der Legio-nen, die Reiterei auf den Flügeln. Beide Heere standen einander sehrnahe (nicht über 300 Schritt). Aber Afranius sowohl wie Cäsar hatte,Jeder aus seinen besondren Gründen, nicht die Absicht den Kampf zueröfTnen, und beide Armeen kehrten, nachdem"sie den Tag hindurchsich gegenüber gestanden, am Abend wieder in ihr Lager zurück. Amandern Morgen nahm Cäsar seine Arbeiten wieder auf.

Der Mangel an Wasser brachte Afranius auf den Gedanken, eineFurt im Sicoris aufzusuchen. Als Cäsar dies erfuhr, verstärkte er seineAbtheilungen längs des Sicoris und stellte sogar einen Theil des leichtenFussvolks und der Reiterei auf das jenseitige (rechte) Ufer. Jetzt wardem Afranius alle Hoffnung genommen Ilerda zu erreichen, sich durch-zuschlagen wagte er nicht: seine Truppen hatten gänzlich den Muthverloren, litten an Allem den äussersten Mangel und neigten sich wahr-scheinlich schon ganz auf die Seite Cäsar's. In dieser überaus schwieri-gen Lage mussten Afranius und Petrejus sich endlich zu dem SchrittentschliesSen, den Cäsar erwartete: am 9. Juni baten sie ihn um dieErlaubniss einer persönlichen Unterredung. Cäsar willigte ein, aber nurwenn die Unterhandlungen öffentlich zwischen beiden Heeren gepflogenwürden. Afranius und Petrejus nahmen diese Bedingung an, und derErstere stellte seinen Sohn als Geisel.

Bei dieser Unterredung, welche von den Truppen auf beiden Seitenangehört wurde, erklärte Cäsar, dass Afranius seine Pflicht und Schul-digkeit gethan habe, ebenso wie er (Cäsar), indem Jeder nicht mit demAndern habe kämpfen wollen. Mit Nachsicht sprach er von jenem Vor-fall, da die Soldaten beider Armeen zusammenliefen und in ihren Lagernsich unter einander mischten, er forderte nur, dass die Armee des Pom-pejus entlassen werde, dass Afranius und Petrejus Hispanien undGallien verliessen, und versprach, dass er Niemanden verfolgen wolle,