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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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41. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompe jus '4948 v.Chr.). 181

sieb nun ihrerseits Afranius und Petrejus in eine so schwierige, ja ver-zweifelte Lage versetzt, dass sie in der That, wie Cäsar es vorherge-sehen hatte, sich zum Abzug und zur Verlegung des Schauplatzes ihrerUnternehmungen westwärts von Ilerda (ins heutige Arragonien)' ge-zwungen sahen. Dort war noch ein Theil der Bevölkerung dem Pom-pejus treu geblieben, der andre fürchtete dessen Namen, der NameCäsar's dagegen war ihnen fast noch vollkommen unbekannt, und sohofften die Legaten des Pompejus von ihnen Truppen und Lebensmittelzu erhalten und bis zum Winter sich dort halten zu können. Sie Hessendaher am Iberusnusse bei der Stadt Octogesa (nahe dem heutigen Me-quinenza an der Einmündung des Segre in den Ebro), ungefähr vierrömische Meilen unterhalb Ilerda alle Schiffe zusammenbringen, welcheirgend auf diesem Flusse zu finden waren, um dort eine Brücke über denSicoris zu schlagen. Sobald diese fertig war, sollten zwei Legionen aufdas linke Sicorisufer übergehen und sich Ilerda gegenüber verschanzen.Dort hofften Afranius und Petrejus weit grössere Freiheit zum Handelnzu haben und viele Vortheile zu gewinnen, so z. B. die Ergebenheit derLandeseinwohner sich zu nutze machen, Proviant von ihnen erhalten zukönnen, Hülfstruppen zu Fuss und zu Pferde zu erlangen, ihre schlechteCavallerie mit Pferden der Celtiberer beritten zu machen u. s. w. Alleinstatt ihren Abmarsch nun sofort anzutreten, brachen Afranius und Petre-jus erst 24 Stunden später auf, und diese Verzögerung gereichteihuen zum entschiedensten Schaden, Cäsar aber zum Vortheil. 24 Stun-den früher war noch keine Furt über den Sicoris für Cäsar's Cavallerievorhanden, die aber einen Tag später schon da war, und durch welcheCäsar, von Kundschaftern über die Pläne der pompejanischen Legatenunterrichtet, nun seine Reiterei führen konnte.

§. 292.

Marsch des Afranius und Petrejus, und hinter ihnen Cäsar's, von

Ilerda zum Iberus.

In der Nacht vom 30. zum 31. Mai (nach Guischard) überschrittAfranius unter Zurücklassung von zwei Cohorten in Ilerda auf der in dieserStadt befindlichen Brücke den Sicoris mit allen seinen Truppen, welcheProviant für 22 Tage mit sich trugen resp. nachfahren Hessen, und ver-einigte sich mit den zwei Legionen, die schon Ilerda gegenüber auf demlinken Sicorisufer standen. Cäsar hatte den Aufbruch des Afranius er-fahren und schickte ihm seine gesammte Reiterei nach, um ihn von hin-ten, von den Seiten, ja selbst von vorn her zu bedrängen. Diese