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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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180 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Theil von Cäsav's Reiterei über diese, griff auf dem andern Ufer die vonAfranius entsendeten Futterholer an und nahm ihnen eine Menge Pferdeund Gefangener ab. Afranius schickte sein ausgezeichnetes hispanischesFussvolk zur Verstärkung, ein Theil der Reiterei Cäsar's warf dasselbeaber zurück, machte sogar eine Cohorte nieder, und der andre Theil ent-kam unterdessen mit der gemachten Beute.

Inzwischen war ein andrer Umstand von grossem Einfluss auf dieEreignisse bei Ilerda. Die Einwohner des belagerten Massilia hatten17 grosse und viele kleine Schiffe ausgerüstet, mit Bogenschützen ausden Alpen bemannt und sie gegen das römische Geschwader Cäsar's,das unter Brutus bei einer kleinen Insel unweit Massilia vor Anker lag,ausgeschickt. Obgleich an Zahl der Schiffe schwächer, aber weit besserbewaffuet, ging das römische Geschwader dem feindlichen entgegen, be-siegte dasselbe schliesslich nach heissem Kampfe und zwang es zurRückkehr in den Hafen von Massilia mit einem Verluste von neun Schif-fen und vieler Mannschaft.

Dieser Seesieg im Verein mit dem Erfolge von Cäsar's Reiterei be-unruhigte die Truppen des Afranius, erschütterte ihr Vertrauen, ihreKühnheit, ja selbst ihren Muth, und nöthigte sie mit grosser Vorsicht,ja Furchtsamkeit zu verfahren. Somit war die moralische Ueberlegen-heit schon auf Cäsar's Seite übergegangen, und sein Glück begann vonNeuem ihn mehr und mehr zu begünstigen. Die Bewohner dernäher und weiter um Ilerda gelegenen Landstriche (die Gegenden desheutigen Huesca, Calahorra, Tarragona und andrer Orte Cataloniens undValencia's) schickten an Cäsar Gesandte mit der Erklärung ihrer Unter-werfung und boten ihm ihre Dienste an. Cäsar forderte Getreide vonihnen, das sie auf ihren Lastthieren ihm zuführen sollten. Eine hispa-nische Cohorte aus einem dieser Orte ging sogar zu Cäsar über. Baldvermehrten sich seine Kräfte und Mittel, er bekam Lebensmittel inUeberfluss, und in seinem Heere dachte Niemand mehr an Pompejus,dessen Herannahen über Afrika man anfänglich erwartet hatte. Pompe-jus aber blieb ruhig in Griechenland, in vollkommner Unthätigkeit, undunternahm Nichts, weder gegen Italien, noch gegen Hispanien.

Cäsar war mit den errungenen Erfolgen nicht zufrieden, sondernsann mit seiner unerschöpflichen Erfindungskraft darauf, dasWasseraus dem Sicoris abzuleiten! Zu diesem Ende Hess er Gräben oderCanäle graben in der Richtung gegen einen die Gegend durchfliessendenBach, um das Wasser aus dem Sicoris bis auf geringe Tiefe abzuleitenund so eine Fürth herzustellen, durch welche die Reiterei den Flusspassiren könnte, ohne den weiten Umweg über die Brücke machen zumüssen.

Als diese colossalen und mühseligen Arbeiten beendet waren, sahen