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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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172 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

schwierig und zweifelhaft zu machen. Aber Cäsar, der des PompejusCharakter genau kannte, scheint sicher gewesen zu sein, dass er sichnicht entschliessen werde, den Krieg nach Italien hinüber zu spielen*).

Jedenfalls aber, von welcher Seite man auch den Entschluss desPompejus, nach Griechenland zu gehen, und den des Cäsar, sich nachHispanien zu wenden, betrachten mag, man muss zugeben, dass die Ab-sicht des Ersteren, wie schon bemerkt, ein grosser Fehler war, und dasses auf der andern Seite durchaus unaufgeklärt und unbegreiflich ist,weshalb ein so grosser Feldherr wie Cäsar sich dafür entschied, zuerstnach Hispanien zu gehen. Die von ihm in seinen Aufzeichnungen ange-gebenen Gründe klären nicht annähernd die ganze Fülle seiner Gedan-ken auf, obschon er unzweifelhaft Alles reiflich erwogen und richtig be-rechnet hatte.

Wie dem aber auch sei, er setzte nach der Entfernung des Pompe-jus nach Griechenland die Durchführung seines durchdachten Planesebenso energisch fort, als er sie vorher begonnen hatte.

§. 288.Massregeln Cäsar's in Italien, i

Nachdem Pompejus aus Brundisium nach Griechenland entkommenwar und Cäsar diese Stadt in Besitz genommen hatte, Hess er dorthin diezur Ueberfahrt nach Griechenland notwendigen Schiffe zusammen-bringen, legte seine Truppen, damit sie sich erholten, in der Umgegendin Quartiere und schickte den Legaten Valerius mit einer Legion nachSardinien und den Proprätor Curio mit drei Legionen nach Sicilien, umsich beider Inseln zu bemächtigen (die letztere namentlich war für ihnvon Wichtigkeit als Getreidekammer Roms und als Uebergangspunktnach Afrika). Bei Annäherung des Valerius und des Curio fielen Sardi-nien und Sicilien sofort von Pompejus ab und unterwarfen sich demCäsar, die pompejanischen Statthalter aber entflohen, Cotta aus Sardi-

*) Vielleicht sprachen für Cäsar's Entschluss noch folgende Erwägungen mit:1) Wenn Cäsar dem Pompejus nach Griechenland folgte, so gewann Italien Zeit zuParteiungen, und es konnte dort, namentlich wenn des Pompejus sechs Legionen ausHispanien einrückten, ein Umschwung zu Cäsar's Ungunsten stattfinden. 2) Cäsarwürde durch Pompejus stets weiter von Italien und seiner eigentlichen Basis (Italienund Gallien) abgelenkt und von zwei Seiten (Pompejus vorn, seine sechs Legionenhinten) umfasst worden sein, während 3) indem er nach Hispanien ging, er Italiendurchzog, seine Macht und Ansehn dort befestigte, seine Partei vermehrte, sieh derHülfsmittel Hispaniens bemächtigte, sich Gallien näherte, wo er selbst im Unglücks-fall sichrer war, und jedenfalls nicht zu fürchten hatte, dass Pompejus ihm raschfolgen könne und werde. Anmerkung des Uebersetzers.