41. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (49—48 v. Chr.). 173
nien nach Afrika, Cato aus Sicilien nach der Insel Corcyra und von danach Dyrrhachium.
Inzwischen hatte sich Cäsar persönlich nach Eom begehen, einenSenat aus dort zurückgebliebenen und auf Cäsar's Seite stehenden Sena-toren zusammenberufen, vor diesem die ihm (Cäsar) widerfahrene Unge-rechtigkeit auseinandergesetzt, sein Verhalten gerechtfertigt, seineMässigung hervorgehoben und, die Formen und Staatseinrichtungenrespectirend, den Prätor M. Lepidus veranlasst, ihn (Cäsar) zum Dicta-tor zu wählen, und in dieser Stellung ernannte er dann sich selbst undden P. Servilius Isauricus zu Consuln. Als er dann aber mit dem Vor-schlag hervortrat, eine Gesandtschaft zu Pompejus zu schicken, um mitdiesem zu unterhandeln, und ferner ihm (Cäsar) eine erhebliche SummeGeldes aus dem Staatsschatze zur Verfügung zu stellen, da widersetztesich diesem der jugendliche Volkstribun L. Metellus kühn und entschie-den. Cäsar aber, ihn mit dem Tode bedrohend, nahm die Gelder, derener bedurfte, aus dem Staatsschatz, eine Handlung, die das Missvergnü-gen des Volkes erregte; in seinen Memoiren thut er, wahrscheinlich imBewusstsein der ganzen Ungesetzlichkeit seines Verfahrens, desselbenmit keinem Worte Erwähnung, an einer andren Stelle bringt er sogar dieunwahrscheinliche Erzählung vor von »einer Plünderung des Schatzes inFolge der Nachlässigkeit des Consuls Catulus«. lediglich in der Absicht,um diesen Verdacht von sich abzuwälzen.
Ueberhaupt war seine Lage und der Stand der Dinge in Eom ziem-lich schwierig und für ihn ungünstig, und um nicht lange und vergeb-liche Zeit in Rom zu verlieren und desto rascher nach Hispanien zu ge-langen, traf er Massregeln zum Schutze Roms und Italiens. Da er bereits16 Legionen in Gallien, Italien, Illyrien, Corsica, Sardinien und Sicilienhatte, so vertheilte er die neu ausgehobenen Truppen in Apulien undlängs der Küste des adriatischen Meeres, legte starke Besatzungen nachBrundisium, Hydruntum (heute Otranto) und Tarentum, die alten Legio-nen aber verlegte er an die Grenzen des cisalpinischen Galliens und theilsnach Ariminum, grösstentheils aber nach Placentia und dessen Umge-gend. An Lepidus übergab er den Oberbefehl in Rom, M. Antonius wurdeder Schutz der Küsten Italiens übertragen, und dessen Bruder C. Anto-nius schickte er als Statthalter nach Illyrien, den Licinius Crassus abernach Gallien; an den Küsten des adriatischen und tyrrhenischen Meeresbefahl er zwei Flotten unter dem Befehl von Dolabella und Hortensiuszusammenzubringen; dem in Rom gefangen gehaltenen jüdischen Kö-nige Aristobulus schenkte er die Freiheit, in der Hoffnung, dass dieseraus Dankbarkeit dem Metellus Scipio in Syrien mit bewaffneter HandWiderstand leisten werde. Dann brach er (im April 49) mit drei neuenLegionen längs der Meeresküste nach Hispanien auf.