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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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Seite
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4L Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (4948 v. Chr.). 171

Diese beiden Gründe sind zwar triftig, aber nicht im ganzen Urn-fang, und sie genügen nicht. Cäsar sagt, dass er eine Flotte zur Ver-folgung des Pompejus nach Griechenland wohl hätte erlangen können,aber nur schwierig und langsam, nur aus Gallien, Ancona und Sicilien.Weshalb aber zog er es vor, aus Italien zu Lande nicht gegen Pompejusnach Griechenland, sondern gegen dessen sechs Legionen nach Hispa-nien zu ziehen ? Im einen wie im andern Falle entfernte er sich von Romund Italien; aber wenn er nach Hispanien ging, entfernte er sich auchvom Pompejus, während, wenn er nach Griechenland ging, er sich dem-selben vielmehr näherte, und das war für Cäsar äusserst wichtig, ja un-erlässlich, um Pompejus Schritt auf Schritt folgen, ihm möglichst aufden Fersen sitzen zu können und ihm keine Zeit zu lassen zur Erholungwie zur Sammlung von Kräften, Mitteln und Hülfsquellen für die Weiter-fiihrung des Krieges. Welcher wichtigere Grund lag für ihn vor, stattnach Griechenland nach Hispanien zu gehn, wo nur sechs pompejanischeLegionen standen"? Und weshalb schickte er schon damals, als er erstnach Italien aufbrach, seinen Legaten Fabius mit drei Legionen von Bi-bracte (Antun) und Trebonius mit zwei Legionen aus dem nordwestlichenGallien (der heutigen Picardie) nach den Pyrenäen an die Grenzen Hispa-niens? Es scheint hieraus hervorzugehen, dass er schon vorher die Ab-sicht hatte zuerst nach Italien und dann 'nach Hispanien zu gehen, viel-leicht um Italien und Gallien gegen einen etwaigen Einfall der sechsalten und besten Legionen des Pompejus in Hispanien zu sichern und,was die Hauptsache, um sich ausser Italien auch Hispaniens zu bemäch-tigen ; dessen Besitz er als höchst werthvoll und unerlässlich für sichhielt. Dieses Land scheint er als Centrum der Macht des Pompejus an-gesehen zu haben, dort vor Allem wollte er diese Macht des Pompejuszertrümmern, diese Provinz nebst Gallien sollte die feste zuverlässigeBasis für seine weiteren Operationen gegen Pompejus bilden, denn eswar reich an Quellen und Hülfsmitteln, namentlich auch an Geld, kurzan Allem, dessen er zur Kriegführung gegen Pompejus bedurfte. Es istendlich auch unzweifelhaft, dass er nicht in seinem Bücken hinter sichdie sechs pompejanischen Legionen in Hispanien stehen lassen wollte,während er sich gegen Pompejus selbst nach Griechenland wandte, unddass er hoffte rasch mit ihnen fertig zu werden. Dies Alles ist sehr na-türlich und begreiflich, aber es lässt andrerseits sich doch schwer damitin Einklang bringen, dass er für kürzere oder längere Zeit dem Pompejusvolle Freiheit Hess, in Griechenland bedeutende Streitkräfte zu Wasserund zu Lande zusammen zu bringen und dort eine starke und schwer zuüberwältigende Defensivstellung einzunehmen, oder sogar während-sar's Abwesenheit aus Italien den Mittelpunkt seiner Kriegsmacht nachItalien zu verlegen und die Besitzergreifung dieses Landes für Cäsar