1 68 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
zuerst nach Luceria (heute Lucera) gegangen, von da nach Canusium (heuteCanossa), endlich sogar nach Brundisium (heute Brindisi). Hierher zog ei-serne Truppen zusammen, bewaffnete alle Sklaven, und formirte aus Hir-ten eine 300 Mann starke Beiterahtheilung. Den Prätor Metellus Scipioschickte er mit seinem (des Pompejus) ältesten Sohn nach Syrien, um imOrient Streitkräfte zu Lande und zu Wasser aufzubringen. Die beidenConsuln, welchen er wegen ihrer früheren Beziehungen zu Cäsar nichttraute, liess er mit 30 Cohorten sich nach Dyrrhachium einschiffen,ihnen versprechend, dass er bald nachfolgen werde. Aber seine zweiPrätoren, Manlius mit sechs Cohorten und Rutilus Lupus mit drei Cohor-ten, gingen zu Cäsar über. Der Letztere, nach Brundisium folgend,schlug dem Pompejus aufs Neue persönliche Unterhandlungen mit ihmvor. Bei seiner Ankunft bei Brundisium mit sechs Legionen erfuhr er,dass auf ausdrücklichen Befehl des Pompejus die Consuln mit 30 Co-horten bereits zur See nach Dyrrhachium abgefahren seien, Pompejusselbst aber mit 20 Cohorten sich noch in Brundisium befinde. Nun be-schloss Cäsar, in der Absicht dem Pompejus die Verbindung mit Italienwie mit Griechenland abzuschneiden, ihn in Brundisium einzuschliessen,sowohl zu Lande als zur See.
§. 286.
Binsehliessung des Pompejus in Brundisium durch Cäsar; Ent-kommen des Pompejus nach Dyrrhachium in Griechenland.
Cäsar schloss den Pompejus auf der Landseite mit seinen sechsLegionen ein, auf der Seeseite aber liess er an der engsten Stelle derHafeneinfahrt einen Damm auffuhren; da, wo das Wasser zu tief war,stellte er fest verankerte Flösse auf, die mit Erde und Faschinen bedecktwaren, ausserdem baute er Wälle und zweistöckige Thürnie. Pompejustraf seinerseits alle Massregeln zum Widerstände, liess auf seinengrossen Schiffen dreistöckige Thürme errichten, die er mit Wurfgeschützbesetzte, und suchte auf jede Weise die Arbeiten Cäsar's zu stören undzu zerstören.
Zum dritten Male schlug ihm Cäsar eine persönliche Zusammen-kunft vor; als er aber die Antwort erhielt, dass in Abwesenheit der Con-suln Unterhandlungen unmöglich seien, da stand es für ihn fest, dass ernun Alles gethan habe, was möglich und nothwendig war zur Herbei-führung eines friedlichen Ausgleichs, und dass ihm nun Nichts übrigbleibe, als den Krieg mit aller Entschiedenheit zu führen.
Am neunten Tage nach Beginn seiner Arbeiten kehrten die Schiffenach Brundisium zurück, auf welchen die Consuln und Truppen nach