162 HL Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
seine Dictatorgewalt pochend Alles, was zu seinem eignen Schutzenöthig war.
Den Anfang zur offnen Entzweiung zwischen ihm und Cäsar bildetedie Forderung des Letzteren, im Jahre 52, während seiner Abwesenheitzum Consul ernannt zu werden. Durch grossartige Bestechungen,namentlich des Tribunen Curio, hatte Cäsar die Zahl seiner Anhänger inEom noch erheblich vermehrt. Im Jahre 51 gab ihm Curio den Gedan-ken ein, seiner Statthalterschaft zu entsagen und in die Ernennung einesNachfolgers für ihn einzuwilligen, jedoch nur, wenn auch Pompejus das-selbe thue. Hierdurch gab Curio der Sache Cäsar's eine für diesenäusserst günstige Wendung. Die Folge waren beiderseitige Vorschläge,welche indessen von beiden Theilen nicht ernst gemeint waren, bis end-lich der Senat den entscheidenden Bruch herbeiführte.
Am 7. Januar des Jahres 49 erliess er eine Bestimmung, kraft wel-cher dem Cäsar aufgegeben wurde, an einem bestimmten Tage denOberbefehl über sein Heer niederzulegen und von der Armee abzureisen,andernfalls Cäsar für einen Feind der Bepublik erklärt werden würde.Vergebens thaten die Tribunen Marcus Antonius und Quintus Cassius,die zu Cäsar's Partei gehörten, Einspruch hiergegen: man schenkte ihnen.kein Gehör und übertrug sogar dem Pompejus das Commando über diezwei nach Cypern bestimmten aber in Eom zurückgehaltenen Legionen(die erste des Pompejus und die löte Cäsar's). Nim entflohen die Tribu-nen M. Antonius und Q. Cassius nebst Anderen, welche auf Cäsar's Seitegestanden hatten, zu diesem-nach Eavenna, wo er sich damals mit nurder 13ten Legion und 300 Eeitern befand; durch diese Flucht gewannseine Partei den erneuten Anschein der Gesetzlichkeit und eine unge-wöhnliche Popularität.
Es blieb aber Cäsar jetzt Nichts übrig, als entweder sich zu unter-werfen und ohne Nutzen für den Staat wie für sich selbst unterzugehn,«der mit den Waffen in der Hand Pompejus, dem Senate und der Aristo-kratie entgegen zu treten, zum Schutze des Staates, seiner Gesetze undder Eechte des Volkes. Da Alles von raschem und unvermuthetem Han-deln abhing, so sandte Cäsar seinen übrigen Legionen den Befehl, eilendsnach Italien aufzubrechen, er selbst trat vor die 13te Legion und hieltihr eine Ansprache, auf welche die Legion sich enthusiastisch bereiterklärte, ihren beschimpften Feldherrn und die Volkstri-bunen zu schützen. Cäsar beschloss, vor Allem sich rasch und un-versehens der Stadt Ariminum (Eimini) zu bemächtigen, bestimmte dazuein Truppencorps, übergab an Hortensius den Befehl über die Truppenmit den nöthigen Anweisungen, und zeigte sich selbst den ganzen Taghindurch öffentlich in Eavenna, wohnte einem Gladiatorenkampfe beiund brachte den Abend in heiterer Gesellschaft zu. Spät Abends aber