128 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augnstns (323—30 v. Chr.).
abhang der Vogesen, in der Nähe der heutigen Paris - StrassburgerEisenbahn. Dieser Annahme allein entsprechen nach seiner Meinung dieAngaben über Entfernungen und Zeit, welche Cäsar in seinen Commen-taren macht.
Bei Auswahl des Kampf- und des Lagerplatzes vor dem KampfeHess sich Cäsar auch durch Erwägungen über Operationen auf die Ver-bindungslinien des Feindes, wie über den Schutz seiner eigenen Verbin-dungen leiten, durch Erwägungen über Niederwerfung und Vernichtungdes Gegners, wie über die beste Art, sich selbst davor zu schützen, überBesetzung der entscheidendsten Punkte endlich, wie über die Mittel,den Feind daran zu hindern. In dieser Beziehung ist hervorzuheben,dass Cäsar beim Beginn seiner kriegerischen Laufbahn (in dem galli-schen Kriege) weit mehr auf die Sicherung seiner eignen, als auf einUnterbrechen der feindlichen Verbindungen bedacht war. So bezweck-ten seine ersten Operationen gegen Ariovist vorzugsweise die Sicherungseiner eigenen Verbindungen. Als Ariovist auf Cäsar's Verbindungsliniestand, da nahm dieser eine Defensivstellung ein und stellte einen Tbeilseines Heeres in einem kleinen Lager in Ariovist's Flanke. So sicherteer in dem Feldzuge gegen die Belgier seine Verbindungen durch eineoffensiv-defensive Stellung in den befestigten Lagern auf beiden Ufernder Axona. In Britannien aber war nicht er 'es, der den Gegner, son-dern Cassivellaunus wollte ihn von seiner Verbindung mit dem befestig-ten Lager am Landungsplätze dicht am Ufer des Meeres abschneiden.So wollte auch Vercingetorix nach Cäsar's Rückzug von Gergovia dessenVerbindungen mit der römischen Provinz unterbrechen und wiegelte des-halb die Allobroger gegen ihn auf. Von Seiten Cäsar's ist keine Bewe-gung, keine Operation dieser Art während des ganzen gallischen Krie-ges zu verzeichnen. Er war nur bemüht dem Feinde die Verpflegungzu erschweren, aber nicht durch kühne und entscheidende Operationen.So, bei seinem Marsche hinter den Helvetiern her auf der andren Seitedes Ararflusses, folgte er mit der Tete seiner Armee der Queue des hel-vetischen Heerhaufens in massiger Entfernung und stiess, anstatt nament-lich die Verproviantirung des Feindes zu erschweren, bald selbst aufSchwierigkeiten bei seiner eigenen.
In dem Lager an der Axona hielt sich Cäsar in defensiver Position,indem er seine Verbindungen festhielt und deckte. Die Belgier dagegentrafen schlechte Verpflegungs-Massregeln, wurden hierdurch, wie durchCäsar's Stellung und durch den Einfall der Aeduer aufgehalten undschliesslich von Cäsar besiegt. Ausser bei dieser Gelegenheit operirteCäsar nur dann gegen die Verbindungen der Gallier, wenn er ihre Städteblokirte; kühne und entscheidende Bewegungen im offenen Felde aufdie Verbindungslinien derselben in ihrem Rücken führte er nicht aus,