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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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120 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Welt (siehe Theil I, II und III der Allgem. Kriegsgesch. des Alter-thums) hinauslief, ebenso hatte er auch als Hauptmittel dazu den Er-oberungskrieg erkannt und durchgeführt. Deshalb war er nichtallein ein grosser, sondern vorzugsweise ein grosser römischerFeldherr, besonders dadurch, dass er wie kein Andrer die militäri-schen Organisationen und Einrichtungen der Römer in dem Geiste anzu-wenden verstand, in welchem sie geschaffen und von Anbeginn ent-wickelt worden waren. Man kann daher sagen, dass an seiner Artder Kriegführung man die der Römer überhaupt studiren kann, undzwar auf ihrer Höhe und in ihrem Glänze.

Dem entsprechend verstand es Cäsar ausgezeichnet, ganz nachrömischer Art auch die Kriegspolitik als Htilfsmittel zur Füh-rung des Krieges zu verwenden, Hess sich aber niemals durch sie dasentreissen, was er durch den Krieg erlangt hatte.

In defensiver Weise die Kriegführung gegen die Helvetier be-ginnend, führte er bald nachher immer den Krieg und seine Operationenoffensiv in strategischer Hinsicht, obgleich er in politischer sich stetsals den angegriffenen oder bedrohten Theil, als den, wenn nicht zuKrieg und Kampf Gezwungenen, so doch dazu Veranlassten hinstellte.Traten Fälle ein, wo er sich in der Defensive befand, so war es immernur für kurze Zeit, um Zeit und Kräfte zu gewinnen zu demnächst umso viel kräftigerer Offensive. Und zwar gilt dies in gleicher Weise vondem Kriege im Allgemeinen, wie vom Kampfe im Besonderen.

In jeder Hinsicht dem römischen Systeme der Kriegführunggetreu, führte Cäsar ihn im Frühjahr, Sommer und Herbst, im Winteraber gab er seinen Truppen Ruhe, indem er sie zu einer oder mehrerenLegionen in befestigte Lager legte, vollkommen abgesondert vonder Landesbevölkerung, sie aber zugleich in beständiger kriegerischerUebung und strenger Disciplin erhielt, auch zu militärischen Arbeitenverwendete, was natürlich seine unzweifelhaften Vorzüge hatte. Es kamvor, dass je nach Umständen der Aufenthalt der Truppen in den Winter-quartieren abgekürzt, oder früher als gewöhnlich unterbrochen wurde,so z. B. in Gallien im Jahre 54, in Folge des Angriffs der Belgier, und imJahre 52 in Folge des allgemeinen Aufstandes der Gallier. Dann wurdendie Kriegsoperationen schon gegen Ende oder inmitten des Winters wie-der aufgenommen.

Die Commentare Cäsar's bezeugen, dass er stets sein besondresAugenmerk darauf richtete, vor Eröffnung des Feldzuges Nachrichtenvon der Beschaffenheit des Landes, in welchem, und von demFeinde, gegen welchen er zu operiren beabsichtigte, zu erlangen, undebenso, dass diese Nachrichten zu damaliger Zeit und unter damaligenUmständen, besonders in Gallien, Germanien und Britannien mehr oder