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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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40. Allgemeiner Ueberblick über den Krieg Cäsar's in Gallien. | | 7

Nutzen und Wichtigkeit hatten, weder in politischer, noch in kriegerischerHinsicht, ja dass sie eher schädlich und gefährlich waren. Aber sie wa-ren nöthig, wichtig und nützlich für Cäsar's persönliche Absich-ten, die Vermehrung seines Euhmes und Erhöhung seines Ansehns inRom, durch Vermittlung seiner Anhänger, ungeachtet der Vorwürfe undSpöttereien seiner Feinde.

Im sechsten Kriegsjahre (53) hob Cäsar, wie Napoleon I. bemerkt,noch zwei Legionen aus, Pompejus sogar schickte ihm eine von seinenLegionen, und nun hatte Cäsar nach Ergänzung der Verluste in seinenLegionen deren zehn (5060,000 Mann Legionar-Fussvolks, ausser denHülfstruppen).

Unter den danach folgenden Feldzügen ist unzweifelhaft der sech-zehnte im siebenten Kriegsjahre gegen den allgemeinen Aufstand derGallier unter Führung des Vercingetorix der bedeutendste. In diesemFeldzuge und bei allen Operationen während desselben documentirteCäsar unstreitig in hohem Grade seine kriegerischen Gaben, seine Feld-herrnkunst und ungewöhnliche Einsicht, Thätigkeit, Kühnheit und Ver-wegenheit, gepaart mit kluger Vorsicht. Nur seine Handlungen zur Zeitder Belagerung Gergovia's bilden hiervon eine Ausnahme und zeigen,dass selbst die grösstenFeldherren Fehler machen können, und dass nichtimmer ihre Handlungsweise untadelig ist, aber da's Glück begünstigt sie.Bei der Belagerung von Gergovia hatte Cäsar einen sehr wichtigenZweck, den zu erreichen indessen unmöglich war, so lange Vercingeto-rix mit seinem Heere bei Gergovia stand. Vielleicht hoffte Cäsar denVercingetorix zu irgend welcher fehlerhaften Bewegung zu verleiten unddann unter günstigen Chancen ihn angreifen zu können. Aber auchdiese Hoffnung verschwand mit dem erfolglosen abgeschlagenen Sturmeauf Gergovia. Indessen Hess bei dieser Gelegenheit, wie bei allen ähn-lichen, Cäsar sich nicht wieder über seine eignen Fehler, noch über dasgrössere oder geringere Unglück oder Missgeschick verblenden, sondernbemühte sich die einen wie das andre nach Möglichkeit zu repariren oderauszugleichen, damit nicht ein Misserfolg andre nach sich ziehe. Sohatte auch seine Niederlage vor Gergovia keine schädliche Nachwir-kung für ihn, und er verzieh sogar den Aeduern ihren Verrath, da erschon für die Zukunft die Beendigung des Krieges im Auge hatte undvoraussah, dass bis dahin die Aeduer ihm noch von Nutzen sein könn-ten. Die übrigen Gallier hielt er durch Gewalt oder durch Schreckennieder.

Die darauf folgende Belagerung von Alesia und seine Operationenwährend derselben sind die wichtigsten und bemerkenswerthesten, nichtallein in diesem Feldzuge, sondern im ganzen Kriege. Cäsar erscheinthierbei schon in unvergleichlich hellerem Lichte, seine militärischen