11 ß III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augiishis (323—30 v. Chr.).
ihres Landes begünstigt, das von ungeheuren Wäldern und Sümpfen be-deckt, von vielen grossen und kleinen Flüssen durchschnitten, aber ohneWege war; endlich fügt er hinzu, dass, wenn der Kriegsruhm Cäsar'ssich nur auf dessen Unterwerfung Galliens gründete, derselbe noch sehrzweifelhaft (problematique) sein würde.
Weit weniger Interesse bietet der siebente Feldzug über den Rheingegen die Germanen (der erste), der eigentlich, ausser dem Brückenbauüber den Ehein (und das war nicht von grosser Erheblichkeit) gar nichtsßemerkenswerthes hat, fehlerhaft und ungeschickt war. Napoleon I.nennt diesen Zug voreilig und erfolglos, und ist der Meinung,dass der Bau der Brücke über den Rhein nichts Besonderes und Unge-wöhnliches biete, die Operationen Cäsar's gegen die Bewohner desheutigen Berg und Zütphen aber dem Völkerrechte zuwider ge-wesen seien und ihm wenig Ehre und Ruhm eingetragen hätten,obgleich er auf alle Weise, aber vergeblich, sie zu rechtfertigen suche.
Der achte Feldzug, gegen die Britannier, oder sein erstes Unter-nehmen gegen Britannien bezeugt nur die Kraft und Festigkeit vonCäsar's Willen; in Entwurf, Ausführung und Resultaten ist er ebensoungenügend, wie der erste Feldzug über den Rhein. In beiden hatte,nach Napoleon's I. Meinung, Cäsar keinen Erfolg, weil er nicht die er-forderlichen Vorbereitungen getroffen hatte, beide fielen schimpflich fürihn aus, und nicht ohne Grund erklärten es seine Feinde für ein Glückfür ihn, dass er so davon kam und nicht zu Grunde ging.
Der elfte Feldzug dahingegen, oder- sein zweites Unternehmen ge-gen Britannien, ward weit besser und gründlicher erwogen und ausge-führt, obschon die Resultate desselben sehr unwichtig, man kann sagen,gleich Null waren, und deshalb war, nach Napoleon's Meinung, diesesUnternehmen nutzlos und hatte, gleich wie seine Züge über den Rhein,keinerlei Folgen, weder in Britannien, noch in Germanien.
Nach Cäsar's Rückkehr nach Gallien erfolgte jene weit ausgedehnteund fehlerhafte Dislocation seiner Legionen für den Winter, welche dieUrsache zu der ersten und für Cäsar äusserst empfindlichen Niederlageder Legaten Sabinus und Cotta wurde. Es war dies eine scharfe Lectionfür Cäsar, welcher in Folge dessen nie wieder seine Truppen in ähnlicherWeise vertheilte.
Der vierzehnte Feldzug oder Cäsar's zweites Unternehmen gegen dieliberrheinischen Germanen, die Sueven, ist ebenso interesse- und erfolg-los, wie sein siebenter Feldzug (der erste über den Rhein) und bietetweder wichtige Resultate, noch zeigt sich besondere Kunst in demselben.
Im Allgemeinen kann man von allen vier Expeditionen Cäsar's ge-gen die Germanen über den Rhein und gegen die Britannier übers Meersagen, dass sie nach Zweck, Ausführung und Resultaten keinerlei