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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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40. Allgemeiner Ueberblick über den Krieg Oäsar's in Gallien. ] i 5

Folge dessen den Ariovist besiegte und über den Rhein jagte. Napoleon I.bemerkt, dass Ariovist die Einwohner von Antun und ihre Verbündetenbei Pontarlier besiegte, ein Drittel von ihren Ländereien an seine Ger-manen vertheilte, von denen 24,000 aus dem heutigen Constanz kamen,und hundert Cantons der Sueven bereits an das rechte Ufer des Ober-rheines vorgerückt waren; dass Cäsar durch seinen Uebergang auf daslinke Saöneufer sich Besancon's bemächtigte, nach sieben Tagemärschenvon da zum Rhein auf Ariovist stiess und ihn :16 Lienes (etwa 10 Meilen= 70 Werst) vom Rhein entfernt, in der Nähe des heutigen Beifort, imSeptember des Jahres 58 schlug.

In der dritten Campagne, gegen die Belgier und Nervier, zeigt ernoch dieselbe Vorsicht beim Marsch und im Lager, dabei aber docheinige Sorglosigkeit in seinen Entschlüssen, wodurch er nicht selten inerhöhte Gefahr gerieth, wie z. B. als er durch die Nervier unerwartetangegriffen, ja überfallen wurde. Dieser Unfall machte einen tiefen undnachhaltigen Eindruck auf ihn, der sich in den folgenden Feldzügendurch seine sorgfältige Beobachtung der strengsten Vorsichtsmassregelnund besonders darin offenbarte, dass er stets und überall wenn irgendmöglich eine Reserve hinter sich behielt. Napoleon I. bemerkt, dass zuAnfang des Jahres 57 Cäsar noch zwei Legionen aushob und im Februarmit ihnen bei Sens eintraf, wo nun acht Legionen (zwischen 40 und48,000 Mann) und ausserdem eine grosse Anzahl von Hülfstruppen stan-den : gallisches Fussvolk und Reiterei, leichtes balearisches, kretischesund afrikanisches Fussvolk; dass die Belgier in der Stärke von300,000Mann nicht Fismes oder Lyon, sondern Bievres in Besitz nehmen woll-ten ; dass Galba in der rechten Flanke gegen Craonne hin stand, undCäsar's Lager sich bei Pont-ä-Vaire an der Saöne befand; dass dieSchlacht dort Anfangs Juli stattfand, die an der Sambre dagegen etwabei Maubeuge zu Ende des Juni nach heutigem Kalender; endlich, dassdie Festung der Aduatuker dort lag, wo heute Falais am Flusse Me-haigne liegt, zwischen Namur und Lüttich.

In dem vierten Feldzuge gegen die Veneter und die übrigen galli-schen Küstenbewohner lässt sich bereits in weit höherem Masse als bis-her ein wohlüberlegter und ausgeführter Operationsplan erkennen, zu-gleich allerdings vom Glück und Erfolge begünstigt. Hier hatte Cäsarzum ersten Male Gelegenheit seine Fähigkeiten zu kriegerischen Ent-würfen zu entwickeln. Aber, sagt Napoleon L, das Verfahren Cäsar'sgegen die Veneter und die übrigen gallischen Küstenvölker war grau-sam, ungerecht und unpolitisch; die Ursache zu der leichten Unterwer-fung dieser wie der sämmtlichen andern Stämme Galliens lag in derSfammes-Zwietracht, dem Mangel einer gemeinsamen Regierung undArmee, ihre Vertheidiguug ward nur durch die Eigeuthümlichkeiten