1 ]4 III. Vom Tode Alex;inder's d. Gr. bis zu Anguatus (323—30 v. Chr.).
andern im Westen, Südwesten und besonders im Südosten waren weni-ger schwierig. Alle diese Unternehmungen trugen den Charakter ein-zelner Expeditionen nach verschiedenen Richtungen gegen aufständischeVölker oder Völkerbündnisse und unterschieden sich, wie bezüglich derKräfte und Eigenthümlichkeiten der aufständischen Gallier, so hinsicht-lich der Eigenschaften des Terrains, in welchem sie wohnten oder ope-rirten.
Kehren wir nun zur Betrachtung der Operationen Cäsar's in Gallienim Einzelnen, in jedem Jahre und Feldzuge für sich, zurück, so ist zubemerken, dass Cäsar in seinem ersten Feldzuge gegen die Helvetiergrosse Vorsicht und Umsicht zeigt, trotzdem aber mehrmals vonden llelvetiern getäuscht wird und zwischen der Sorge für den Unterhaltseiner Truppen und der Noth wendigkeit eines Angriffes auf die Helvetiernicht selten in sehr schwierige Lagen geräth. Die Aushebung zweierneuer Legionen (11. und 12., ausser den fünf ihm zu Anfang gegebenen),Avenn auch in dem seiner Verwaltung unterstellten cisalpinischen Gal-lien, stand nicht im Einklang mit der ihm ertheilten gesetzlichen Voll-macht, nur fünf Legionen zu haben, obschon sie zum Theil durch seineConsular-Gewalt, und hauptsächlich durch die Umstände gerechtfertigtwar, in denen er sich befand. Napoleonl. sagt, dass in der römischen Pro-vinz Cäsar Anfangs nur eine Legion (die 10.) bei sich hatte, mit welcher erdann drei alte Legionen aus IHyrien und zwei'neue aus dem cisalpinischenGallien vereinte, sodass im ersten Feldzug gegen die Helvetier er sechsLegionen (30—36,000 Mann) im Ganzen unter sich hatte. Dahei bemerktNapoleon I., dass Cäsar den llelvetiern den Uebergang über den Rho-danus am 13. April des Jahres 58 nach römischem, oder am 23. Januarnach dem heutigen julianischen Kalender verlegte, und nach Lyon, undvon da nach Chälons-sur-Saöne ging, nach seinem Uebergang über dieSaöne die Bewohner des heutigen Zürich schlug, 20 Tage später (zwi-schen 1. und 15. Mai) die Hauptmacht der Helvetier einen Tagemarschvom heutigen Antun (Bibracte) besiegte, sie vier Tage lang bis zum heu-tigen Langres verfolgte, und ihnen hier verzieh und nach Helvetien zu-rückzukehren befahl.
Im zweiten Feldzuge gegen Ariovist verfuhr er schon kühner, in-dessen noch immer mit grosser Vorsicht. Als aber Ariovist seinenRücken und seine Verbindungen bedrohte, zeigte Cäsar mehrfachesSchwanken und eine gewisse Unentschiedenheit in seinen Massregelnund Operationen. Daher kam es denn auch, dass er mehrmals ver-suchte den Ariovist zu der einen oder andern Bewegung zu veranlassen.bis er endlich das that, was er gleich Anfangs hätte thun sollen, und in