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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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39. Kriege und Feldziige Julius Cäsar's (5845 v. Chr.). 105

Lager und Linien zu [befestigen'. Am folgenden Tage stiess Fabiusmit seinen Truppen zu ibm.

Während dessen hatte Cäsar, unter Zurücklassung seines QuästorsM. Antonius im Lande der Bellovaker (Beauvais, Dep. de l'Oise) behufsUeberwachung der Belgier, die verschiedenen Orte Galliens bereist, umsie und die Bevölkerung zu besichtigen, und hatte überall Geiseln mit-genommen. Im Lande der Carnuten (Chartres), welche den Krieg er-neuert hatten, forderte er nur die Auslieferung des Hauptanstifters undFuhrers des Aufstandes, Guturvatus, und war nach dessen Auslieferunggezwungen, wie Hirtius Pansa sagt, denselben mit Buthen prügeln undihm dann das Haupt abschlagen zu lassen, um dadurch dem Rachege-fühl der römischen Soldaten für alles ihnen zugefügte Unrecht undSchaden gerechte Genugthuung zu gewähren.

Hier hörte er von den Unternehmungen des Caninius und Fabiusgegen Drapes und Luterius, und obgleich er diese Letzteren verachtete,so hielt er doch für nöthig, so rasch als möglich mit ihnen ein Ende zumachen, um in den Galliern keinen Gedanken und keine Hoffnung aufdie Möglichkeit noch längeren Widerstandes ihrerseits, wo es auch seinmöge, aufkommen zu lassen. Er brach deshalb mit seiner gesammtenReiterei zur Vereinigung mit Caninius und Fabius auf und befahl demLegaten Calenus mit zwei Legionen ihm in kleinen Tagemärschen nach-zurücken. Es muss hierbei im Allgemeinen bemerkt werden, dass, ob-gleich Cäsar sowohl mit den Kriegsangelegenheiten in Gallien wie mitden unerlässlichen bürgerlichen Angelegenheiten und Einrichtungen indiesem Lande und in den übrigen von ihm verwalteten Provinzen (nar-bonensisches, cisalpinisches Gallien und IUyrien) vollauf beschäftigtwar, und obgleich er viele geschickte, erfahrene und zuverlässige Lega-ten unter seinen Befehlen hatte, er dennoch in allen Fällen von lokalenEmpörungen in Gallien es vorzog, sich selbst sofort dorthin zu begeben,die nothwendige Truppenzahl zu concentriren, die Kriegsoperationenselber zu leiten, zu beschleunigen und durch seinen persönlichen mora-lischen Einfluss auf die aufständischen Gallier schnellere und entschei-dendere Erfolge über sie zu erlangen. Diese Handlungsweise trug vielzu der raschen, vollen und gänzlichen Beruhigung und UnterwerfungGalliens bei; sie erklärt zugleich das von ihm beobachtete System derVerbindung von Milde und Strenge hinsichtlich der einzelnen lokalen Er-hebungen der Gallier, und zeugt dabei von der Kaltblütigkeit, demgesunden Urtheil, der Geisteskraft und Geistesgegenwart, Kühnheit,Energie und dem Vertrauen in sein Glück, kurzum von allen diesenEigenschaften Cäsar's, in denen er keinem der grossen Feldherren desAlterthums nachsteht.

Vor Uxellodunum erschien er ganz unerwartet, als die Lager und