I 00 III. Vom Tode Alexamler's d. Gr. bis zu Augnstus 323—3ü v. Chr. .
liefern, wenn er aber mehr als'drei Legionen habe, sowollten sie in ihremLager bleiben und dem Cäsar die Mittel zur Verproviantirung und Fou-ragirung abschneiden, welche ohnehin bei dieser Jahreszeit herbei zuschaffen ihm Mühe genug machte. Aus allen diesen Nachrichten schlossCäsar, dass die aufständischen Gallier einen sehr verständigen und ihrerLage angemessenen Operationsplan entworfen hätten. Er beschloss da-her seine eigenen Operationen auf denselben zu gründen und, indem ernur drei von seinen vier Legionen vorwärts schickte, die Gallier dadurch zueinem Angriffe zu verleiten. In Folge dessen Hess er die siebente, achte undnennte Legion vorgehn, welche aus alten, erfahrenen und vollkommen zu-verlässigen Kriegern zusammengesetzt waren, hinter ihnen folgte dieganze Bagage, und hinter dieser an der Queue die Ute Legion, die ausder jungen Mannschaft bestand. Allen älteren Unterbefehlshabern sagteund erklärte er seine Absichten und theilte demgemäss dann seine Be-fehle aus.
Die Gallier, welche seinen Angriff nicht erwarteten, griffen zu denWaffen, rückten aber nicht aus ihrem Lager aus. Da Cäsar dasselbeaber zu vorteilhaft gelegen und stark befand, so blieb er ihm gegen-über gleichfalls in einem stark verschanzten Lager stehn, das einen Wallvon 12 Fuss Höhe, zwei Gräben von 15 Fuss Breite und Tiefe, undmehrere dreistöckige Thürme hatte, welche durch Brücken und verdeckteGänge mit einander in Verbindung standen. Durch die Construction die-ser starken Befestigungen wollte er bei den Galliern den Glauben er-wecken, dass er um seine Sicherung besorgt sei, zugleich damit aber inder That auch seine kleine Armee gegen den an Zahl und Macht über-legenen Feind schützen und die Verproviantirung in der Umgebung desLagers zuverlässiger sicher stellen.
In dieser gegenseitigen Stellung verblieben beide Theile längereZeit, mit wechselndem Erfolge den kleinen Krieg zwischen beiden La-gern führend. In Folge der hierbei, und namentlich gegen die römi-schen Fourageurs und deren Bedeckung durch die gallische verbündeteReiterei erlangten Erfolge, sowie durch die Ankunft des Commins mit500 Mann germanischer Reiter schwoll den Galliern der Kamm, sodasssie den Sieg schon sicher wähnten, aber nicht lange. Als Cäsar sah,dass er weder die Gallier angreifen, noch sie in ihrem Lager einschlies-sen könne, befahl er dem Legaten Trebonius die 13te Legion des Lega-ten Sextius an sich zu ziehen und dann mit den drei Legionen in Ge-sell windmärschen zu ihm (Cäsar) zu eilen. Während dessen aber hattebei einem der täglichen kleinen Affairen zwischen beiden Seiten, einCorps germanischen Fussvolks, das von Cäsar über den Rhein herbeige-rufen war, die Kühnheit, den Sumpf zu durchwaten und die Gallier bisan ihr Lager zu verfolgen, wodurch alle Gallier in demselben in Furcht