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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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39. Kriege und Feldzüge Julius Ciisar's (öS45 v. Chr.)- 99

aussergewöhnlichen Anstrengungen und Beschwerden im vorhergehen-den Herbst und Winter und entliess sie dann in die Quartiere, währender selbst nach Bibracte zurückkehrte, 40 Tage nach dem Ausmarsch ausder Stadt.

Aber bereits 18 Tage später (Ende Februar des Jahres 51) schicktendie Bituriger zu ihm und Hessen ihn bitten, ihnen gegen die Carnuten(Chartresi Hülfe zu bringen. Sofort zog er die 6te und 14te Legion desCicero und Sulpicius aus Cabillonum (Chälons) und Matisco (Mäcon) amArarflusse (Saöne) in dem Lande der Sequaner an sich und rückte mitihnen in das Gebiet der Carnuten. Die Letzteren flohen aus ihren Städ-ten und Dörfern und mussten nun mit grosser Mühe ihren Lebensunter-halt in dieser noch rauhen Jahreszeit suchen. Cäsar, welcher seinschweres Fussvolk in Genabum (Orleans) einquartierte, befahl seinemleichten Fussvolk und der Cavallerie das Land der Carnuten nach allenBichtungen zu durchstreifen, und da sie nirgends Widerstand fanden, soHess er die beiden Legionen unter dem Befehl des Legaten Trebonius imCarnutischen zurück und wandte sich selbst nach Durocortorum (Rheims)in das Land der Bemer. Die Ursache davon lag in den von dort einge-laufenen Nachrichten, dass die Bellovaker (Beauvais, nordöstlich vonParisj, eine der tapfersten Völkerschaften, mit ihren Nachbarn gemein-schaftlich einen Heerhaufen sammelten unter Führung des BellovakersCorreus und des Atrebaten (Arras) Commius, in der Absicht eines An-griffs auf den mit den Bemern verbündeten Stamm der Suessionen (Sois-sons). Da die Bemer Verbündete der Römer waren und ihnen grosseDienste geleistet hatten, so hielt es Cäsar für seine Pflicht zu ihremSchutze herbei zu eilen. Abermals zog er die Ute Legion an sich,ebenso eine Legion des Labienus, und ging mit ihnen an die Grenze desBellovaker-Landes, dem Legaten Fabius mit seinen zwei Legionen befahler an die Grenzen der Suessionen zu rücken. An der Grenze des Bello-vaker-Gebietes blieb er stehn, schickte aber seine Eeiterei auf Kund-schaft in dasselbe und erfuhr durch sie, dass die Bellovaker alle ihreWohnungen verlassen und in denselben nur die Kampfunfähigen zurück-gelassen hätten, um die Römer zu beobachten, während sie selbst mitallen benachbarten Völkerschaften, in der Bildung eines allgemeinenBundesheeres aus allen kampffähigen Männern begriffen, auf einem vonSümpfen umgebenen Berge ständen, ihre Bagage aber in den nahenWäldern verborgen hätten. Ausserdem aber erfuhr Cäsar, dass die ver-bündeten Gallier viele Fürsten hatten, welche sie zur Erhebung an-stachelten, dass Correus das Haupt derselben, Commius dagegen abge-reist sei, um germanische Hülfstruppen zu holen, und dass endlich diegallischen Fürsten einstimmig beschlossen hätten: falls Cäsar nur dreiLegionen besitze, wie sie glaubten, so wollten sie ihm eine Schlacht