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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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39. Kriege und Feldzüge Julius Cäsar's (5845 v. Chr.,. 89

ziemlich gut zu halten und so zu operiren, dass er in dieser verzweifeltenSituation nie und nirgends eine Niederlage erlitt, was ihm zu grosserEhre gereicht.

Inzwischen hatte Vercingetorix sich erheblich verstärkt, und als ererfuhr, dass Cäsar beabsichtige von Agendicum durch das Gebiet derLingoner (Langres) und der Sequaner (Franche-Comte) nach dem Südenzu gehen, beschloss er ihm den Weg dorthin zu verlegen und zog ihmentgegen, indem er sein Heer in drei grosse Abtheilungen oder Heerhau-fen theilte, von welchen die beiden auf den Flügeln Cäsar in den Flan-ken, die der Mitte ihn in der Front angreifen sollten. Cäsar theilte seineCavallerie gleichfalls in drei Theile und führte sie der gallischen Reitereientgegen, das gesammte Fussvolk blieb halten und nahm Tross und Ba-gage zwischen sich. Die Cavallerie der Kömer wurde überall, wo sieins Gedränge kam, von' dem Fussvolk unterstützt, bis die germanischeReiterei auf der rechten Flanke der Römer die gallische Reiterei voneiner Anhöhe vertrieben und bis an die Ufer des Flusses verfolgt hatte,wo Vercingetorix mit seinem Fussvolk in Schlachtordnung entwickeltstand. Die übrige gallische Reiterei wandte sich, aus Furcht umfasstund eingeschlossen zu werden, zur Flucht und erlitt durch die nach-setzende römische Cavallerie grosse Verluste. Als Vercingetorix dieNiederlage und Flucht seiner Reiterei sah, verliess er sein Lager undwandte sich sogleich mit seiner Bagage zu der Stadt Alesia (heute St.Reine auf dem Mont Auxois im Departement Cöte d'Or, zwischen Seineund Yonne, s. unten). Cäsar Hess seine gesammte Bagage und Fahr-zeuge unter Bedeckung von zwei Legionen auf einer nahen Anhöhe zu-rück und folgte den Galliern bis zum Abend, machte ihrer noch etwa3000 Mann gefangen und bezog am andern Tage ein Lager vor Alesia.Nachdem er sogleich Stadt und Terrain recognoscirt, befahl er eineContravallationslinie zu erbauen. Er führt in seinen Commentaren nochan , dass die Niederlage der gallischen Reiterei, welche die Gallier fürihre beste Truppengattung hielten, in ihrem Heere augenscheinlich grosseNiedergeschlagenheit hervorgerufen habe. »

Es ist aus Cäsar's Commentaren nicht ersichtlich, wo eigentlich dererwähnte Kampf stattgefunden und welcher Fluss gemeint ist. Im All-gemeinen kann man noch bemerken, dass Vercingetorix unkluger Weisevon seiner ursprünglichen Absicht, sich mit Cäsar's Armee in keinenKampf im offnen Felde einzulassen , abgewichen war. Mit seinem un-geübten , wenn auch tapfern Volksaufgebot der Gallier dies zu wagengegen die gut geschulte und trefflich organisirte, im Manövriren geübte,in Kämpfen gestählte und von einem Feldherrn wie Cäsar befehligte rö-mische Armee, das war äusserst unbesonnen. Cäsar dagegen entwickelteseinerseits bei dieser Gelegenheit seine hohe kriegerische Begabung, sei-