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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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39. Kriege und Feldzuge Julius Cäsar's (5845 v. Chr.). 85

halb sann er darauf, mit guter Manier von Gergovia zurückzugehn, ohnedass die Gallier dies für eine Flucht vor ihnen halten könnten.

Bald bot sich ihm eine günstige Gelegenheit dazu. Bei Besichtigungseines kleinen Lagers entdeckte er, dass die Gallier eine bis dahin vonihnen stark besetzte Anhöhe verlassen hatten, und erfuhr durch Ueber-läufer, dass diese Anhöhe vorn nicht besetzt sei, dass aber hinten, nähernach der Stadt zu, sich ein sehr enger, mit Wald bestandener Baum be-finde, und dass Vercingetorix befohlen habe denselben zu befestigen,damit die Eömer ihn nicht in Besitz nehmen und dadurch den Gallierndie Erlangung von Fourage und Wasser abschneiden könnten. Hieraufgründete Cäsar seinen Plan, diesen Punkt, welchen die Gallier ange-griffen zu sehen fürchteten, stark zu bedrohen, und wenn sie demselbenzur Hülfe eilten, dann vermittelst einer Escalade ihr auf dem Berge ge-legenes Lager anzugreifen.

Die augenfälligen Anordnungen Cäsar's zur Bedrohung des ersterenPunktes hatten vollen Erfolg: die Gallier führten ihre Hauptmacht zudemselben hin und schwächten dadurch vollständig die Besatzung undVertheidigung ihres stark befestigten Lagers auf dem Berge. SobaldCäsar dies bemerkte, führte er seine Truppen heimlich und in kleinenAbtheilungen aus seinem grossen in das kleine Lager und befahl seinenLegaten auf das Bestimmteste, nicht zu weit vorzugehen, um sichkeinem Flankenangriff auszusetzen. Aus der in Cäsar's Commenta-ren enthaltenen Beschreibung des sich in Folge dessen entspinnendenKampfes kann man nicht genügend erfahren, wie die Affaire eigentlichverlief, es scheint aber, dass die römischen Truppen während des Kam-pfes wirklich nicht über das Lager der Gallier vorgehen konnten. ohneeinen gleichzeitigen Flankenangriff von Seiten der Stadt und des galli-schen Heeres auf sich zu ziehen.

Gleich zu Anfang stürzten sich Cäsar's Soldaten auf das gallischeLager und bemächtigten sich desselben ohne Widerstand. Cäsar Hesssogleich zum Kückzug blasen, da er annahm, dass die Gallier. denZweck seines Scheinangriffes erkennend, dem entsprechende Massregelnergreifen würden. Auf dieses Signal machte die zehnte Legion be Cä-sar Halt, die andern aber hatten das Signal nicht gehört und gingenweiter vor. Obgleich die Tribunen und Centurionen sich bemühten, ihreLeute anzuhalten und zu ordnen, so drangen diese Letzteren dennoch,von der Hitze fortgerissen, bis zu den Stadtmauern und Thoren weitervor, wobei sie begreiflicher Weise etwas in Unordnung kamen dieVordersten versuchten vergebens die Mauern zu erklimmen, da sie keineLeitern bei sich hatten, die Nachfolgenden drängten immer heftiger nach,und in der hieraus entstehenden Unordnung konnten die Legaten Cäsar'sBefehlen nicht nachkommen.