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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
Entstehung
Seite
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86 HI- Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v.Chr.).

Die Einwohner von Gergovia hatten, von Schrecken erfasst, dieFlucht ergriffen. aber das gallische Heer des Vercingetorix wandte sichzunächst in einzelnen Abtheilungen, dann mit überlegenen Kräften gegendie Angreifer und fiel ihnen in Flanke und Rücken. Die römischen Sol-daten, obschon in einem ungünstigen Terrain fechtend, wehrten sich mitverzweifelter Tapferkeit und suchten sich durchzuschlagen. Cäsarschickte den Legaten Sextius zu ihrer Unterstützung mit einigen Cohor-ten aus dem kleinen Lager und ging selbst mit der zehnten Legionetwas weiter vor.

Während dessen erschienen auf der rechten Flanke der Römer aufCäsar's Befehl die Hülfstruppen der Aeduer, welche den Auftrag hatten,die auf dieser Seite stehenden gallischen Truppen zu beobachten. In derHitze des Gefechts hielten die Römer sie aber für Feinde, glaubten sichvollständig umgangen und zogen sich fechtend zurück, wobei sie Wunderder Tapferkeit vollbrachten. Unter dem Schutze der zehnten Legion undden Cohorten des Sextius kamen sie endlich in ihrem Lager an, hattenaber den erheblichen Verlust von 46 Centurionen und 700 Soldaten erlit-ten ! Vercingetorix setzte seinen Angriff nicht weiter fort und führte seineTruppen ins Lager zurück.

Die Hauptursache zu diesem Misslingen des Gefechtes scheint daringelegen zu haben, dass die Legionen bei Wegnahme des feindlichen La-gers ihre Reihen und Ordnung gelockert und sich dann von Kampflustbis zu den Stadtmauern hatten fortreissen lassen. Cäsar tadelte sie dafüram folgenden Morgen, sprach ihnen aber zugleich auch das verdienteund gerechte Lob für ihre heroische Tapferkeit aus und hob dadurchihren Muth und Geist nur um so höher. Nichtsdestoweniger war seinZweck, die Belagerung nach einem dem Feinde beigebrachten empfind-lichen Schlage aufzuheben, nicht erreicht; er rückte daher mit seinemganzen Heere aus dem Lager ins offene Feld, um die Gallier zumKampfe herauszufordern. Allein Vercingetorix nahm den Kampf nichtan, indem er mit Recht es vorzog, in seinem Lager unter den Mauern derStadt zu bleiben, überzeugt, dass eine Belagerung der Stadt dabei un-möglich sei. In Folge dessen kam es nur zu Vorposten -Reiterschar-mützeln , in denen der Erfolg auf Seite der Römer war. Am folgendenTage führte Cäsar sein Heer abermals ins Feld, um wie er sagtdie Eitelkeit des Feindes zu vermindern und den Geist seiner eigenenTruppen zu heben, und als die Gallier wiederum den Kampf nicht an-nahmen , trat er vor ihren Augen am hellen Tage den Rückzug an. Erwurde nicht verfolgt, erreichte nach drei Tagemärschen den Fluss Elaver,stellte eine Brücke über denselben her und ging aufs andere Ufer über.