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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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38. Kriege und Feldzüge Julius C'äsar's (5845 v. Chr.). 73

in das Lager des Labienus, rückte mit den übrigen fünf Legionen raschund unerwartet in drei Colonnen in das Land der Menapier (Hennegauund Belgien) ein und nöthigte durch Verwüstung ihres Landes diese umFrieden zu bitten. Der Friede ward von ihm unter der Bedingung be-willigt, dass die Menapier den Ambiorix und dessen Bundesgenossen alsFeinde behandeln sollten. Unter Zurücklassung des Atrebaten*) Co-mius mit einem Theile der Cavallejie im Menapischen, wandte sich Cäsardann mit den übrigen Truppen gegen die Trevirer, welche das Lager desLabienus bedrohten. Diese hatten auf etwa 15 römische Meilen (21 Werst== 3 deutsche Meilen) Entfernung von ihm Halt gemacht, um die Ankunftder germanischen Hülfstruppen abzuwarten. Labienus aber rückte mit25 Cohorten (2 1 / 2 Legion) und der Reiterei gegen sie vor und schlug siemit Hülfe einer Kriegslist auf's Haupt (er fingirte einen Rückzug undwandte sich dann plötzlich zum Angriff gegen sie). Auf die Kunde hier-von kehrten die Germanen nach Hause zurück, und Cäsar ernannte dar-auf den Cingetorix, der sich von Anfang an den Römern treu erwiesenhatte, einen geborenen Trevirer, zum Fürsten derselben.

§. 265.

Vierzehnter Feldzug Cäsar's, gegen die Germanen (zweiter). Unter-nehmungen gegen Ambiorix; Belagerung des Lagers Cieero's durch

die Sigambrer.

Im Lande der Trevirer gab es keine Feinde mehr, Cäsar beschlossalso den Rhein zu überschreiten, um die Germanen zu züchtigen und zu-gleich dem Ambiorix den Rückzug nach Germanien abzuschneiden.Ueber den Rhein wurde eine Brücke geschlagen, etwas oberhalb derStelle, wo die erste gebaut war. Nach Zurücklassung eines starkenTruppencorps zu ihrem Schutze und zur Deckung der Hauptstadt derTrevirer, setzte sich Cäsar sofort in Marsch nach dem Lande der Sueven.Die Ubier (Kölner Gegend), welche den Römern stets freundlich gesinntgewesen waren, theilten ihnen mit, dass die Sueven alle ihre waffen-fähige Mannschaft aufgerufen und sich an die entferntesten Grenzenihres Gebietes (den Harz) zurückgezogen hätten, das hinter ihnen lie-gende Land verwüstend. Da der weite Raum zwischen den Grenzen derUbier und den dichten Waldungen der Sueven in Folge der Verheerungdurch die Letzteren ganz öde war, so musste Cäsar, aus Furcht, dass erfür sein Heer in demselben an Vorräthen Mangel haben werde, sich ent-schliessen über den Rhein zurückzugehen. Um indessen die Sueven

Die Atrebaten in der Gegend von Arras.