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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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72 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

und die musterhafte Disciplin der römischen Soldaten aus Cäsar's Heerezu jener Zeit.

Alle dann noch von Cäsar vollführten Massnahmen und Thatendieses Feldzuges machten in kriegerischeu wie in politischer Beziehungden Galliern gegenüber seine vorher begangenen Fehler vollkommenwieder gut und waren eines so grossen Feldherrn durchaus würdig.

§. 264.

Sechstes Kriegsjahr in Gallien (53).

Dreizehnter Feldzug Cäsar's, gegen die Trevirer, Senonen, Carnuten

und Menapier. Besiegung der Trevirer durch Labienus.

Mit Beginn des Frühjahrs 53 nahm Cäsar in Norditalien bedeutendeTruppenaushebungen vor, um die durch seine Legaten im vorigen Jahreerlittenen Verluste zu ersetzen. Ausserdem schickte, auf seine Bitte, derProconsul Pompejus, welcher durch Staatsgeschäfte in Rom zurückge-halten war, Verstärkungen zu ihm.

Während dessen hatten aber auch die Trevirer die Winterszeit zuerheblichen Rüstungen angewendet, und die Nervier, Aduatuker und Me-napier (heute Hennegau, Namur und Geldern), sowie die benachbartenGermanen zu einer allgemeinen Erhebung geneigt gemacht. Ausserdemtrafen auch die Senonen (Sens) und Carnuten (Chartres), welche trotzCäsar's strengem Befehl keine Delegirten zu dem allgemeinen Landtagenach Lutetia (heute Paris) entsendet hatten, Anstalten zu feindlichemVorgehen gegen die Römer.

Dies Alles bewog Cäsar, noch zu Ende des Winters mit vier Legio-nen in das Land der Nervier einzurücken und durch dessen Verwüstungdiese Völkerschaft ohne Blutvergiessen zur Unterwerfung zu zwingen.

Nicht mehr Zeit und Mühe kostete es Cäsar, auch die Senonen undCarnuten zu gleicher Unterwerfung zu zwingen. Nachdem er somit fac-tisch und gründlich Ruhe und Frieden inmitten des Landes hergestelltund seinen Rücken gesichert hatte, konnte er nun ernstlich und mit gros-ser Macht sich gegen Ambiorix und dessen Verbündete, die Trevirerund andere Stämme, wenden. Da er im Voraus wusste, dass Ambiorixbeständig einem Kampfe im offenen Felde gegen ihn ausweichen werde,so beschloss er vor Allem in das Gebiet der Menapier, Verbündete derEburonen^) und des Ambiorix, einzufallen und diesen Letzteren dadurchseiner letzten Zuflucht in ihre Wälder und Sümpfe zu berauben. Erschickte also den ganzen Heerestross unter Bedeckung zweier Legionen

*) Die Eburonen in der Gegend von Lüttich.