64 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
zurück, wo Verhaue angebracht und ein befestigtes Lager aufgeschlagenwar. Die siebente Legion führte rasch einen Erdwall vor ihnen auf,von welchem herab sie Jene mit Geschossen und Steinen überschüttete,drang dann in die Verschanzungen ein und vertrieb die Britannier ausdiesen und aus dem Walde. Cäsar verbot sie zu verfolgen, weil ihm dieGegend unbekannt war, der Tag sich bereits neigte und er den Restdesselben zur Errichtung eines festen Lagers benutzen wollte. Am an-dern Tage theilte er behufs Verfolgung des Feindes in verschiedenenRichtungen sein Fussvolk und seine Reiterei in drei Theile und schicktesie fort. Bald danach aber erhielt er von Q. Atrius die Meldung, dassmehrere Schiffe der Flotte durch einen heftigen Sturm in der vergange-nen Nacht ans Ufer geworfen und stark beschädigt worden seien.
Cäsar sammelte sofort alle Truppen und marschirte zurück. Erfand, dass in der That 40 Schiffe dienstuntauglich geworden waren, dieübrigen noch ausgebessert werden konnten. Alle Zimmerleute aus denLegionen wurden an die Arbeit gestellt, andere aus Gallien verschrieben,dem Labienus aber aufgegeben, so viel neue Schiffe wie möglich zubauen. Um seine Flotte aber keiner erneuten Gefährdung durch Stürmeauszusetzen, beschloss Cäsar, um jeden Preis und trotz aller Mühe undArbeit die sämmtlichen Schiffe ans Land zu ziehen und siemit einem befestigten Lager zu umgeben, was auch wirklichin zehn Tagen und zehn Nächten ausgeführt wurde. Dann kehrte Cäsar,unter Zurücklassung der gleichen Truppenzahl wie vorher zur Be-wachung der Flotte und des Lagers, mit allen übrigen Truppen an denOrt seiner vorigen Aufstellung zurück.
Inzwischen hatten die Britannier eine noch bedeutendere Macht alszuvor zusammengebracht und glaubten, dass sie noch besser als vordemzur Fortsetzung des Krieges im Stande sein würden. Die gemeinsameGefahr hatte sie bewogen einender vornehmsten und reichsten Stammes-fürsten, Cassivellaunus, zu ihrem Oberfeldherrn zu erwählen, ungeachtetdass er früher mit den eingeborenen Stämmen in fortwährender Fehdegelegen hatte. Bald griffen sie die Römer, als diese noch im Marschewaren, mit ihrer Cavallerie an, aber die römische Reiterei warf sie zu-rück und verfolgte sie mit grossem Verluste für die Britannier bis zu denhinter ihnen liegenden Wäldern und Bergen. Kurz nachher erschienendie Britannier abermals unerwartet aus den Wäldern und drängten einerömische Feldwache zurück, wurden aber durch die von Cäsar vorge-schickten Verstärkungen in die Flucht gejagt.
Cäsar bemerkt, dass dieses Treffen, welches Angesichts der ganzenrömischenArmee verlief, diese von der Unzweckmässigkeit der schwerenRüstung und Bewaffnung, Aufstellung und Kampfart der römischen Le-gions-Infanterie, solchen Feinden, wie die Britannier, gegenüber, über-