58 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.J.
ersten Schreckens, griffen auf's Neue zu den Waffen und sammelten sich,um die Römer anzufallen. Cäsar hatte, obgleich er hiervon Nichtswusste, dennoch die erforderlichen Vorsichtsmassregeln getroffen, indemer fortwährend und eifrig durch beide Legionen abwechselnd zugleichdie Flotte ausbessern und in der Umgegend fouragiren Hess. Als in-dessen die siebente Legion zum Fouragiren fort war, machten die Bri-tannier plötzlich mit starken Kräften, von verschiedenen Seiten auf siehervorbrechend, einen Ueberfall, umzingelten sie und brachten sie durchheftiges Beschiessen, sowie durch ihre Streitwagen und Reiterei in diegrösste Unordnung. Zum Glück hatte Cäsar Nachricht hiervon erhalten ')und eilte mit den wachehabenden Cohorten der zehnten Legion herbei,befreite die siebente Legion und zog sich, da er nicht beabsichtigte denBritanniern eine Schlacht zu liefern, in Ordnung in sein Lager zurück.
Einige Tage darauf rückten die Britannier, die sich abermals ingrosser Zahl gesammelt hatten, gegen Cäsar's Lager selber an. Cäsarstellte seine Truppen vor demselben in Schlachtordnung auf und warf imersten Anlauf die Britannier über den Haufen, trieb sie in die Flucht,verfolgte sie und machte eine grosse Anzahl nieder. Die Britannier ba-ten um Frieden; Cäsar Hess sie eine doppelte Anzahl von Geiseln stellenund kehrte bald nachher, kurz vor der Tag- und Nachtgleiche, da erdie zu jener Zeit gewöhnlichen Stürme zu vermeiden wünschte, nachGallien zurück, wo er wohlbehalten ankam. Zwei Transportschiffe aberwaren etwas südlich der Lagerstelle Cäsar's an die gallische Küste ge-trieben, und die darauf befindlich gewesenen 300 Mann Legionsfussvolkwurden von überlegenen Kräften der Moriner eingeschlossen, welcheBeute von ihnen zu gewinnen hofften. Ueber vier Stunden wehrten sichdie Legionare tapfer gegen die Moriner, bis die von Cäsar ihnen zu Hülfegesendete Reiterei eintraf; nun aber wurden die Moriner in die Fluchtgeschlagen, verfolgt und grösstentheils niedergemacht. Am folgendenTage schickte Cäsar den Labienus mit den beiden aus Britannien zurück-gekehrten Legionen in ihr Land, und da, wie Cäsar sagt, die Sümpfe indemselben zu dieser Zeit trocken waren, so wurden fast alle bei dem An-griff betheiligt gewesenen Moriner von Labienus gefangen genommen.Die schon früher von Cäsar unter Sabinus und Cotta in das Land derMenapier gesendeten Legionen hingegen konnten nirgends den in seinendichten Wäldern versteckten Feind einholen und kehrten zu Cäsar zu-rück, nachdem sie alles Getreide abgemäht und die Wohnungen ver-brannt hatten. Darnach legte Cäsar alle Legionen im belgischen Gallien
*) Nach seinen Worten, — in der That aber sah er nur grosse Staubmassen,durch den Commandern- der siebenten Legion war er nicht von dem Angriff der Bri-tannier benachrichtigt worden.