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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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37. Kriege und Feldzüge Julius Cäsar's (5845 v. Chr.)- 55

unbedeutend, ja gleich Null waren, denn sie beschränkten sich lediglichauf die unfruchtbare Verwüstung der Felder der Sigambrer. Die Ubieraber hatte Cäsar ebenso wenig von den Sueven befreit oder gegen die-selben beschützt, als er diesen letzteren sehr zahlreichen, mächtigen undkriegerischen Stamm geschreckt hatte; ja man kann eher behaupten,dass sie Cäsar geschreckt hatten; denn er hielt und mit Rechtes für klüger und vorsichtiger, sich nicht zu tief nach Germanien hineinzu wagen und mit den Sueven Nichts zu thun zu haben. Im Allgemeinenkann man folglich sagen, dass sein Zug über den Rhein vollkommen er-folglos , nutzlos und sogar schädlich gewesen ist, denn jedes Misslin-gen brachte, in Cäsar's Lage, ihm Schaden.

§. 261.

Achter Feldzug Cäsar's, in Britannien (erster). Neunter Feldzug,

gegen die Moriner.

Vom Rhein zog Cäsar an die Ufer des Oceans in das Land der Mo-riner , um trotz des bereits zu Ende gehenden Sommers nach Britannienüberzufahren, dessen Bewohner, nach Cäsar's Worten, den Galliern fastin allen ihren Kriegen gegen die Römer geholfen haben sollten, was in-dessen unverbürgt und sogar sehr zu bezweifeln ist. »Wenn«, sagt Cä-sar, »die späte Jahreszeit nicht gestatten sollte, das Unternehmen gegenBritannien ganz zu Ende zu führen, so glaubte er doch, dass es ihm schonVortheil schaffen könnte, nur auf der Insel gewesen zu sein, die Bewohnerderselben sich bekannt gemacht und von den Gegenden, Häfen und Zu-gängen Wissenschaft bekommen zu haben, die den Galliern fast ganz un-bekanntwaren*) . Um vorläufige Nachrichten in diesem Sinne einzuholen,schickte er den Primipilen Volusenus an die britannischen Küsten voraus,er selbst aber begab sich ins Morinische an die Meeresküste**], dahin,wo die kürzeste Ueberfahrt nach Britannien war wie er sich aus-drückt, und Hess hier alle an den benachbarten Gestaden aufzutrei-benden Schiffe zusammenkommen, ingleiclien auch seine Flotte, welcheim vorhergehenden Jahre gegen die Veneter operirt hatte. Auf die Kundehiervon schickten viele britannische Stämme Gesandte an ihn, welcheerklärten, dass sie sich unterwerfen und Geiseln stellen wollten. Cäsar

*J Turpin de Crisse" sagt, dass Cäsar ausserdem sich wahrscheinlich von demnatürlichen Keiclithum Britanniens, namentlich an edeln Metallen und Steinen über-zeugen wollte. Die Mittel aber, welche Cäsar zur Erlangung dieser Kenntniss Bri-tanniens anwendete, waren sehr unzulänglich.

**) In der Nähe des heutigen Boulogne-sur-mer, oder nach Andern Wissantbei Boulogne.