36. Kriege und Feldzüge Julius Cäsar's (58—15 v. Chr.). 2-\
Römern, erbitten, noeh sieh um ihre Befreiung von der Oberhoheit der fcse-quaner und Arverner, oder besser gesagt — seiner selbst — bemühenwürden. Denn er hatte die Sequaner und Arverner seiner eignen Machtunterworfen, ein Drittel ihres Landes in Besitz genommen, sieh bei ihnenmit seinen Sueven niedergelassen, und da die Zahl der Letzteren balddurch weiteren Zuzug von jenseits des Rheins her auf 120,000 ange-wachsen war, beabsichtigte er zur Zeit des Feldzugs Cäsar's gegen dieHelvetier sich noch ein weiteres Drittel vom Gebiete der Sequaner undArverner anzueignen. Auf diese Weise unter das schwere Joch der vonihnen selbst zur Hülfe herbeigerufenen germanischen Barbaren ge-kommen und mit Recht befürchtend, dass Jene ganz Gallien erobernwürden, baten die celtischen Gallier, und besonders die Aeduer, Sequa-ner und Arverner den Cäsar dringend um Hülfe, indem sie ihm vorstell-ten, dass, wenn die Römer diese verweigerten, ihnen selber Nichts wei-ter übrig bleibe, als aus Gallien in irgend ein anderes Land auszu-wandern.
Viele Gründe bewogen Cäsar die Partei der Gallier zu nehmen undden Germanen nicht zu erlauben, dass sie Jene unterdrückten und sichin Gallien niederliessen. Besonders aber erachtete er es für schimpflichfür sich wie für den römischen Staat und Volk, dass die Aeduer, welcheseit langer Zeit Freunde und Bundesgenossen der Römer Messen, durchdie Germanen unterjocht würden, und er erkannte es gefährlich für dierömische Politik, dass die Germanen sich in Gallien ansiedelten: dennnachdem sie dies Land unterjocht hatten, konnten sie leicht in dierömisehe Provinz und dann in Italien selbst einfallen. Ausserdem ent-sprach die Bitte der Gallier, wie es scheint, seinen persönlichen gehei-men Absichten und seiner eignen Politik, welche, wie man aus Allemschliessen kann, dahin gingen, nach Vertreibung der Helvetier und dannder Germanen aus Gallien und nachdem hierdurch die Gallier auf seineSeite gebracht wären, ihre innern Kriege sich zu Nutze zu machen undschliesslich sie selbst der römischen Macht zu unterwerfen. Deshalbversprach Cäsar den Galliern Alles aufzubieten, um ihnen Genugthuungund Ruhe zu verschaffen, und Hess den Ariovist um eine persönlicheZusammenkunft ersuchen; Ariovist schlug dies aber dreist und hoeh-müthig ab. Nun schickte Cäsar Gesandte zu ihm mit der Forderung,dass er keine Germanen mehr über den Rhein herbeirufen, selber seineGeiseln herausgeben und auch den Sequanern befehlen solle, denAcduern ihre Geiseln zurück zu geben, und endlich, dass er den Aeduernund deren Verbündeten keinen Schaden mehr zufügen und sie nicht mitKrieg überziehn solle. Wenn er dies thuc. versprach Cäsar, so solleAriovist naeh wie vor Freund und Bundesgenosse der Römer bleiben;im entgegengesetzten Falle sei Cäsar, in seiner Eigenschaft als Statt-