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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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22 III- Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Dies war der erste FeMziig Cäsar's in Gallien, ein Feldzug,welcher, in Anbetracht der grossen Anzahl und der Rüstungen der Hel-vetier, vielleicht nicht so rasch und erfolgreich durch die Römer beendetsein würde, wenn die Helvetier bei all ihrer Tapferkeit mit grössererSchnelligkeit und Entschiedenheit gehandelt hätten, wenn mehr Ein-tracht, mehr Ordnung und Einheit unter ihnen gewesen wäre, und dieHauptsache wenn ihnen gegenüber nicht ein Feldherr wie Cäsar be-fehligt hätte, dessen Raschheit, Entschlossenheit und geschickte Opera-tionen das höchste Lob verdienen. Bei alledem muss man aber dochzugeben, dass er in diesem Feldzuge einige erhebliche (oben angeführte)Fehler machte, weil, wie es scheint, er zum ersten Mal in seinem Lebenden Oberbefehl über eine grosse Armee in einem wichtigen Kriege gegeneinen zahlreichen und gefährlichen Feind führte und die dazu notwen-dige Erfahrung noch nicht gewonnen hatte.

§. 255.

Der zweite Feldzug gegen Ariovist (58).

Marsch Ariovist's und Cäsar's nach Vesontio; Schlacht in der Nähe

des Rheins.

Nach Beendigung des Feldzugs gegen die Helvetier schickten fastalle Stämme des celtischen Galliens Deputationen an Cäsar, welcheGlückwünsche, Aeusserungen ihrer Ergebenheit und die Bitte vortragensollten, sie gleichfalls gegen Ariovist und die Germanen in Schutz zunehmen und von ihnen zu befreien. Die Letzteren waren bei folgenderGelegenheit zu ihnen herübergekommen

.Die celtischen Gallier waren (wie früher, Kapitel 32 §.211 gesagtwurde) in zwei feindliche politische Parteien gespalten; an der Spitzeder einen standen die Aeduer, an der Spitze der andern die Sequaner,unterstützt durch die Arverner "); seit lange lagen sie im Kriege mit einan-der, zuletzt hatten die Aeduer die Oberhand behalten. Nun aber hatten dieSequaner und Arverner den Ariovist zu Hülfe gerufen und ihm eine frei-gebige Belohnung versprochen. Ariovist war mit 15,000 seiner Suevenüber den Rhein gekommen und hatte bald den kriegerischen Erfolg unddas Uebergewicht auf die Seite der Sequaner und Arverner gebracht,den Aeduern und ihren Verbündeten einen Tribut auferlegt, Geiseln vonihnen genommen und sie schwören lassen, dass sie niemals ihre Geiselnzurückverlangen und keine Hülfe von ihren Bundesgenossen, den

+ ) Die Arverner bewohnten den Theil Galliens, welcher dein heutigen Depar-tement Puy de Dome oder Auvergne entspricht.