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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
Entstehung
Seite
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10 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

schickten auch die mit den Aeduern verbündeten Ambarrer*') und Allo-broger, welche theilweise das rechte Rhoneufer bewohnten, Gesandt-schaften mit der gleichen Bitte zu ihm. Cäsar konnte es nicht längerdulden, dass die Helvetier die Länder von treuen Verbündeten der Römerverheerten und plünderten, er versicherte den Aeduern, Ambarrern undAllobrogern, dass er nicht zaudern werde, dem ein Ende zu machen,forderte aber von ihnen nur Hülfstruppen, besonders Cavallerie **j, derener bei seinem Heere gar keine besass. In Folge dessen stiessen die vor-nehmsten Aeduer (darunter Dumnorix) bald mit Reiter- und theilweiseauch Fusstruppen zu ihm.

Inzwischen hatten die leichten Vortruppen Cäsar's gemeldet, dassDreiviertel der Helvetier (die Bewohner von drei Kreisen oder CantonsHelvetiens, auf Schiffen und Flössen den Ararfluss (heute Saöne) un-weit der Stadt Cabillonum (heute Chälons-sur- Saöne)- überschrittenhätten, das letzte Viertel (die Bewohner des vierten Kreises, dieTiguriner) mit den Wagen sich noch auf dieser Seite des Ararflusses be-fänden *' : ). Nach Eingang dieser Nachricht brach Cäsar am.folgendenTage um die dritte Nachtwachet) eiligst mit den drei alten Legionen(7., 8. und 9.) auf und marschirte längs des linken Ararufers bis zu demPunkte, da die Helvetier diesen Fluss überschritten hatten. Nach einemforcirten Marsche warf er sich vollkommen unerwartet auf die Tigurinerund machte eine grosse Menge derselben nieder, die übrigen flohen undverbargen sich in den nahe gelegenen Wäldern ff). Solchergestalt, sagtCäsar, war nicht blos die Niederlage des Cassius gerächt, sondern auchder Tod des mit ihm gefallenen Piso, des Grossvaters von Cäsar'sSchwiegervater Piso.

*) DieAmbarrer wohnten, wie es scheint, zwischen dem heutigen Lyon undMa-con zu beiden Seiten der Saöne.

**) Es ist bemerkenswert!!, dass während des ganzen Krieges in Gallien Cäsargar keine römische Reiterei in seinem Heere hatte, sondern nur gallische Hülfsrei-terei, deren Oberbefehl er entgegen dem römischen Gebrauche Wahrscheinlich auspolitischen Rücksichten vornehmen gallischen Führern übertrug.

***) Helvetien zerfiel, nach Cäsar's Angabe, in vier Kreise (Cantons), Toulon-geon (einer der Commentatoren von Cäsar's Schriften) nimmt an, dass sie durch dievier grossen, Helvetien durchfliessenden Ströme gebildet wurden. Die Tigurinerbewohnten den heutigen Canton Zürich und waren die Nachkommen jener Tiguri-ner, welche im Jahre 107 den Consul Cassius besiegt hatten. Cäsar sagt, dass dieHelvetier den Ararfluss mit vieler Mühe in 2 0 Tagen überschritten hätten ; Napo-leon I. ist der Meinung, dass dies ganz unwahrscheinlich sei.

f) Die dritte Nachtwache bei den Römern war die Zeit von Mitternacht bis 3 UhrMorgens oder Tagesanbruch.

HO Folglich blieben auf der rechten Seite des Arar noch etwa 276,000 Köpfe vonden Helvetieru übrig, von dpnen ein Viertel d. h. G9,U00 Mann waffenfähige Krieger.