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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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6 III. Vom Tode Alexanders d. C4r, bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Sullas, Dolabella, der Cousul und Statthalter von Macedonien gewesenwar, öffentlich der Gclderpressuugen während seiner Verwaltung an.Das aus eben solchen Genossen Sulla's zusammengesetzte Gericht sprachDolabella frei, die öffentliche Meinung aber pries den Cäsar wegen seinerKühnheit, seines Patriotismus und seiner glänzenden Beredsamkeit.Hierdurch ermuthigt trat Cäsar mit einer Anklage gegen einen gewissenAntonius Hybrida auf, weil dieser als Anführer eines ReitergeschwadersPlünderungen in einigen Theilen Griechenlands angeordnet hatte, als.Sulla aus Asien zurückgekehrt war. Der Angeklagte wurde wiederumfreigesprochen, die Popularität Cäsar's aber wuchs nocli mehr. Hiernachnahm Cäsar noch mehrere verfolgte Griechen in Schutz und erwarb sichdadurch die Dankbarkeit aller in Koni lebenden Griechen, deren Meinungdort von Gewicht und Einfiuss war.

Allein ungeachtet des so erlangten Puihmes eines öffentlichen Red-ners wollte Cäsar dennoch den Unruhen in Rom und Italien fern bleibenund beschloss daher, sich wieder auf einige Zeit zu entfernen. Er fuhrim Jahre 76) nach Rhodos, um sich dort in den Wissenschaften zu ver-vollkommnen, denn diese Stadt war damals, gleich Alexandria, ein Cen-trum der Wissenschaften, der Aufenthaltsort der berühmtesten Philoso-phen, und besass eine Schule vornehmer Jünglinge. Während seinerSeefahrt nach Rhodus ward Cäsar aber nahe bei einer der sporadischenInseln, Pharmakusa"), von Seeräubern gefangen genommen. Sie forder-ten 20 Talente Lösegeld von ihm circa 28.000 Thlr.). Er verlachte sieund sagte, er wolle ihnen 50 Talente zahlen (circa 70,000 ThhO, die erauch in den nächsten Städten durch seine Sklaven zusammenbringenHess. Unterdessen blieb er -10 Tage lang auf der Flotte der Räuber undllösste ihnen solche Achtung und sogar Angst ein, dass, nach Plutarch'sAusdruck, er mehr ihr König, denn ihr Gefangener schien, und scher-zend sagte er ihnen, dass, wenn er befreit sei, er sie alle werde kreuzigenlassen! Nachdem er das ausbedungene Geld erhalten und an sie be-zahlt hatte, ward er ans Land gesetzt, brachte aber sofort Schiffe zu-sammen, überfiel die ahnungslosen Seeräuber, nahm ihnen sein Geld undalle ihre Beute ab und lieferte sie selbst an den Proconsul von Asien,Silanus, ans. Silanus aber, der sie zu verkaufen wünschte, nahm sienicht an. und nun wandte sich Cäsar nach Pergamum und Hess dort inder That die Seeräuber ans Kreuz schlagen.

Dann fuhr er nach Rhodus, um dort den Unterricht des ApolloniusMolo zu gemessen, eines der berühmtesten Lehrer der Beredsamkeit injener Zeit. Bald aber bewog die Erneuerung des Krieges Mithridat's

*) Jetzt Pharmako, au der Küste von Kleinasien, südwestlich von Miletus.

Anmerkung des Uebersetzers.