XVIII
Die erste der Hauptarbeiten, welche Ley mit Hülfe des Eegistra-tors Rüdesheim unternahm und vollendete, war eine sorgfältige Ka-talogisirung des Haupt-Archivs. Er ordnete sämmtliche Urkunden in94 Laden nach den Materien: Pontificalia, Episcopalia, Ordines, Pa-rochialia, Scabinalia, Pollerwerth, Conventus, Abbatiae, Imperialia,Confoederationes, Juliacensia, Montensia, Clivensia et Marcana, Gel-rensia, Limburgensia, Aquensia, Tuitiensia, Erbvogtei, Novesiensia,Verbund- und Transfixbriefe, Mann-, Bürger- und Bestallung- undUrpfedebriefe, Moguntina, Trevirensia, Hürther Bachfluss, Hassica,diversae Civitates, Processus Muisgen, Deutsch-Ordenshäuser, JuraUniversitatis, Münzsachen, Stapel und Commercia, geistlicher Wein-schank, Kurpfalz, Söhnbriefe, Captivi clerici, Seestädte, Variagallicana, Judaei, Hermann von Goch, Hilger von der Stessenund andere. An 2000 Urkunden sind in diesem Bepertoriumspeciel verzeichnet. Gegen 500 Urkunden, namentlich Quittun-gen, Mannbriefe, Söhnbriefe u. s. w. sind nur paketweise aufgenom-men. Etwa 10,000 bis 12,000 Stück Quittungen und Mannbriefe, diein dem ersten Pergament-Eepertorium summarisch aufgenommen wa-ren, sind hier ganz übergangen und wahrscheinlich als werthlosreponirt worden. Einen nicht geringeren Fleiss, als auf das Haupt-Archiv, wandte Ley auch dem kleinen wie dem grossen Syndicats-Archiv zu. Er sorgte dafür, dass die bunt durch einander liegendenConvolute des Syndicats-Archivs ordentlich bezeichnet und registrirtwurden.
Die Archive der Mittwochs- und Freitags-Rentkammer gehörtennicht zu seinem Ressort.
Nach Ley's Tode 1745 blieb die Stelle eines Archivars wiederunbesetzt bis zum Jahre 1788. Am 18. August des genannten Jahreswurde „auf eingelegte Erinnerung, die Bestellung eines hierortigenArchivarii nöthig zu sein, Herr Syndicus von Bianco ernannt." AlsEemuneration wurden ihm zu seinem Syndicats-Gehalte jährlich 400Gulden zugesetzt, v. Bianco besass Titel und Gehalt; dabei bliebes' aber auch. Ler Eath hatte es versäumt, ihn auf eine besondereInstruction zu verpflichten; darum begnügte sich v. Bianco damit,das Archiv sorgfältig unter Schloss und Eiegel zu halten und dieeingehenden Schriftstücke in die Eegistratur zu reponiren.
Das städtische Archiv gerieth in grosse Gefahr, als im Jahre1797 in Köln mit der alten Zeit völlig gebrochen und die reichs-städtische Verfassung zu Grabe getragen wurde.
Am 9. September 1797 versiegelten die Bürgermeister v. Hilgers,Klespe und Wittgenstein, in Beisein einiger Deputirten des vormali-