Druckschrift 
1 (1860)
Entstehung
Seite
XIX
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XIX

gen Rathes, die eiserne Eingangsthür zum Gewölbe und deponirtendie Schlüssel auf der Mittwochs-Rentkammer.

Einige Tage nachher nahm die neue Verwaltung die Schlüsselan sich, und das Gewölbe ward wieder geöffnet.

Mit dem Sturze der alten Staats- und Rechtsverhältnisse, mitdem Beginne einer neuen Zeit und völlig neuer Zustände verlor dasArchiv seinen praktischen Werth und seine rechtliche Wichtigkeit.Der bei Weitem grösste Theil der Urkunden und Schriftstücke wurdeplötzlich aus der Gegenwart in die Vergangenheit geschoben. Es istzu verwundern, dass der gesammte Inhalt des Archivs, wie an sovielen anderen Orten, nicht auch in Köln der Revolution, die sosorgsam jede Erinnerung an die alte Zeit zu vernichten suchte, zumOpfer gefallen ist. Der einzige bedeutende Verlust, den das Archivzu beklagen hat, sind die früher in der Mittwochs-Rentkammer auf-bewahrten Rechnungen und Quittungen über die vom dreizehnten biszum achtzehnten Jahrhundert ausgeführten städtischen Bauten. DiesePapiere waren beim Sturze der reichsstädtischen Verfassung in dieoberen Räume des Rathsthurmes gebracht worden. Hier lagen sieunverschlossen, dem Muthwillen der Jugend und dem Eigennutz derTrödler leicht zugänglich. Es ging ihnen wie dem Rest der altenRüstkammer; sie waren verschwunden, ehe man daran dachte, sieunter Verschluss zu legen.

Während der französischen Periode und in den ersten Jahren derpreussischen Regierung stand das städtische Archiv unter der Aufsichtdes Registrators Imhof. Seinem gewissenhaften Amtseifer und seiner Sorgefür die Erhaltung aller Reste einer grossen Vergangenheit ist es zuverdanken, dass die in eine neue Zeit herübergeretteten alten städ-tischen Archivalien sorgsam bewahrt und dass ein Theil der nochnicht vernichteten Pergamente und Manuscripte aus den Archivenvernichteter Institute und aufgelöster Corporationen dem städtischenArchiv einverleibt wurde. Nach dem Abgange Imhof s (1819) konutedas Archiv keinem fieissigeren und gewissenhafteren Bewahrer an-vertraut werden, als dem Ober-Secretär Peter Fuchs. Er hatte dieFreude, das Archiv durch die wichtigsten auf die Stadt Köln bezüg-lichen Handschriften bereichert zu sehen, welche der unvergessliche,hochverdiente Walraff unter schweren persönlichen Opfern gesam-melt hatte und der Stadt zum Geschenke machte. Männer, denenes um historische Studien und Forschungen Ernst Avar, fanden beiFuchs die bereitwilligste Unterstützung; so namentlich Sartorius, Lap-penberg, Hüllmann, Erdmann, Nettelblatt, Merkel, Ranke, Lacom-blet u. s. w.

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