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In einer Ecke des Saales hing der Kurfürst in Lebensgrössezu Pferde, von Maler van Dawen gemalt, und in denFensterfüllungen waren die vier Welttheile mit ihren be-rühmtesten Städten statt der Einfassung von dem damalsbeliebten Maler van Kessel aus Antwerpen gemalt. Sämmt-liche Fussböden der Zimmer bestanden aus Tafclwerk. Fürseine weltberühmte Gemäldesammlung liess er das jetzigeGallerie-Gebäude, wo früher ein Garten gewesen und niedrigeNebengebäude und Stallungen für den Herzoglichen Haus-halt gestanden hatten, errichten und liess nachträglich auchdie obere Etage dieses Gebäudes, als er das bekannte jüngsteGericht von Rubens käuflich an sich gebracht hatte, unddieses Bild zu gross war, um in den bestehenden Gallerie-sälen aufgenommen werden zu können, um ein Bedeutendeserhöhen. Bis diese Arbeit vollendet war, blieb das vonBrüssel in Düsseldorf angelangte Bild einstweilen in der Kircheder Kapuziner auf der Flingerstrasse aufgestellt.
Mitten in dem Hofe des Gallerie-Gebäudes stand damalseine Fontaine von ausgezeichneter Bronce-Arbeit, welchebei Anlage und Verschönerung des Schwetzinger Gartensdurch den Kurfürsten Carl Philipp auf dessen Befehl nachSchwetzingen gebracht wurde und an deren Stelle die nochgegenwärtig daselbst befindliche Marmorstatue Johann Wil-helms, von dem Bildhauer Bäumgen angefertigt, trat.
Ausser jener Gallerie, deren zutritt Jedem, namentlichaber durchreisenden Fremden zu jeder Zeit offen stand,hatte der Kurfürst im Schlosse selbst noch ein besonderesKabinet von Perlen der Maler- und Bildhauerkunst undsonstigen Seltenheiten, welches nur Personen höchsten Rangesgezeigt wurde.
Derjenige, dem damals die Auszeichnung zu Theil wurde,das Innere das Schlosses besichtigen zu dürfen, erhielt beim Ein-tritte in dasselbe ein Paar grosser Filzschuhe zum Ueberziehenund durfte nur in diesen die getäfelten Gemächer betreten.1 Dies alks war nur ein kleiner Theil der Herrlichkeit,welche Düsseldorf damals aufzuweisen hatte. Bälle, Concerte,Theater und andere Lustbarkeiten wechselten, wie der Be-such fürstlicher und angesehener fremden Gäste damalstäglich. Noch prachtliebender als in seinem Privatleben wardieser Fürst in seinem öffentlichen Auftreten: so gingenz. B. wenn er oder seine Gemahlin in die Stadt fuhr, dieKammerherren, welche grösstentheils Grafen und Freiherrenwaren, zu Fusse vor dem Wagen her, welchen die Leib-wache unter Anführung eines Capitain-Lieutenants mit ge-
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