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Geschichte des Schlosses zu Düsseldorf von seiner Gründung bis zum Brand am 20. März 1872
Entstehung
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dem Kriegsschauplatze feiner lag, zur Residenz und unter-nahm nun am Schlosse "bedeutende Bauten und Verschöne-rungen nach damaligem Geschmack. So liess er den Thurinim Hofe nebst den daran stossenden, dein Hauptflügel ent-lang laufenden schmalen Gängen für sämmtliche Stockwerkewegbrechen; verstärkte daselbst die innere Mauer um einBedeutendes und setzte an die Stelle dieser weggebrochenenTheile die Colonnaden, welche man noch gegenwärtig imHofe sieht. Auf diesen Bogengängen und den dazwischenconstruirten Gewölben erhob sich eine neue Erweiterung,welche in den verschiedenen Stockwerken eine Zweck-massigere und geräumigere Verbindung herstellte, so das.-irere frühere enge Wendeltreppen zugi werden

konnten. In der südwestlichen Ecke des Hofes legteetwas später einen besondern Treppeuthurm an, der alleinfür die Hofhaltung diente, während die ältere Haupttreppeim nördlichen Flügel auch zur Benutzung des den Schloss-kapellen-Gotiesdienst besuchenden Publikums freigelassenblieb. Eine Umänderung der Hauptfaeade am Rheinwerfiwurde indess nicht \ 0:1 Kurfürst Johann Wilhelm vorgenom-men, denn auf einer ihm überreichtenAnsicht Düsseldorfsvon der Rheinseite" aus dem Jahre 1713 ist die alte Facadenoch zu sehen, der Thurm im Hofe ist indess nicht mein-vorhanden.

Als Nebenbau wurde 1699 das noch bestehende sogenannteKnabenhaus zur Aufnahme der t hurfürstlichen Pagen, derenLehrer und des Schlossgeistiichen errichtet und der frühemKaisbahn, in dein im obern Stockwerke derselben befind-lichen Ballsaale eine zeitgemässe Umwandlung in ein Ball-haus für das lange Zeit hindurch beliebte Ballspiel desHofstaats gegeben.

Namentlich wurden aber die innere, vom Kurfürsten und(\vi- Kurfürstin selbst- bewohnten Räume ganz und gar um-gestaltet und in dein damaligen Style mit einem Aufwändeund mit einer Pracht ausgerüstet, die an's Fabelhafte grenzt.

Ein eifriger Beförderer von Kunst und Wissenschaftenstattete der Kurfürst alle Gemacher mit den kostbarstenWerken der Malerei und Bildhauerkunst aus. Dem entspre-chend war das Mobilar und die Dekoration der Sääle. DesKurfürsten eigenes Cabinet »und dessen Antichambre warenmit den reichsten Summ!- und Seidenstoffen, ja die Wändemit getriebener Arbeit in Silber belegt; Tische, Spiegelrah-men, Arm- und Kronleuchter, der Kamin und alles andereMobilar war von purem Silber, beziehungsweise damit belegt.