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Je nachdem das Anwachsen des Ortes vor und nacli mehrund mehr Terrain zu Häusern, Wirtschaftsgebäuden undHausgärten in Auspruch nahm, musste der dem Betriebeder Landwirthschaft entzogene Boden durch neue Erwer-bungen ergänzt werden, was insbesondere den Sahlhof oderdas Schloss betraf. Ob die Erwerbung seitens des GrafenAdolph von Berg von dem Herrn von Tiverne um 1190 alseine solche Ergänzung oder als Erwerb des Sahlhofes selbstanzusehen ist, kann nicht mehr entschieden werden. Diespätem Erwerbungen der Grafen von Berg, namentlich die-jenige von Haick \ T on Vlingeren im Jahre 1383 mittelst Ur-kunde vom 7. September, sind jedenfalls Vergrösserungendieses gräflichen Resitzthums.
Der ursprüngliche Sahlhof scheint aber schon in frühesterZeit freies Eigenthum gewesen zu sein, indem Düsseldorfunter den Besitzungen, Renten und Jurisdictionen, welchedas Stift zu Kaiserswerth seit den Zeiten Pipins bis aufHeinrich IV. in der ganzen Umgegend, namentlich zu Hamm,Derendorf, Flingern, Slockum und Luchtmar, und anderenNachbarorten besass, nicht aufgezählt wird, obgleich es eineeigene Waldmark hatte.
Für die Entstehungsgeschichte des Schlosses sind nur zweidürftige Quellen erhalten: der Bau selbst und die aus demSchlosse datirten Urkunden.
Was den Bau betrifft, so muss das Gebäude zu einer,Zeit entstanden sein, in welcher der Rhein eine für dasselbegünstigere Richtung hatte, als dies nachweislich seit demEnde des 13. Jahrhunderts der Fall bereits war. Wie sehrdas Schloss, namentlich bei Ueberschwemmungen und Eis-gängen, der Gewalt der Elemente, insbesondere an deräussersten Ecke am Rheinwerfte, exponirt ist, ist augen-scheinlich und es wäre widersinnig anzunehmen, dass dieseVerhältnisse, wie sie schon beinahe sechshundert Jahre be-stehen, bei der ursprünglichen Anlage vorgewaltet hätten.Findet sich ja schon in der ältesten gleich nach dem Jahre 1288errichteten Stadtmauer unmittelbar unterhalb des Schlosses,ein im Innern durch und durch massiver runder Thurm,offenbar schon in jener frühen Zeit als Eisbrecher bestimmt,ein Beweis, wie nahe damals schon der Rhein seinen Laufauf diesen Punkt hin genommen hatte. Die Hauptverände-rungen des Rheinbettes oberhalb Düsseldorf bis Cöln vordieser Zeit fallen die eine' vor 1194, die andere ins Jahr1260. Zwischen beiden Jahrgängen zeigen sich die wesent-lichsten Veränderungen im Strombette vor der Stadt Neuss