Druckschrift 
Das Geräusch in der Medicin
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

13 -

noch eine Million vor der Thüre. Wo wohnt ihr ?ich will kommen! ihr miisst aher warten! MeinGott! sind denn keine Doktors mehr in der Stadt,als ich armer Mann? Warum nehmt ihr nicht einenanderen? Nun so kommt nur her! Wie heisstihr? In. fünf Minuten will ich hei euch seyn!Sehen Sie, mein Herr, so spricht ein Practikus!

4

das muss ein elender. Stuhensitzer seyn, der einBuch oder so was schreiben kann. Was mich be-trifft, so habe ich nur eine kleine Praxin, denn ichbesuche täglich nicht mehr als achtzig Patienten.Allein, dem ungeachtet wüsste ich doch gewissnicht, wo ich so viel Zeit hernehmen sollte meinenNamen zu schreiben. Sie verstehen nicht, was zurPraxi gehört. Sie sagen, man soll durch kein an-beres Mittel als durch erwiesene Verdienste inRuhm zu kommen suchen. Aber wer Henker würdemich rühmen, wenn ich auch der geseheideste Kerlwäre, wenn ich nicht auf den Caffeehäusern er-zählte, wie viel Leute ich curirt habe, was meine Arze-neien für Wunder tlum, was meine Herren Collegcnfür Schnitzer begangen, und worin sie es bei denLeuten versehen haben, die ihnen gestorben sind?Ich hätte nimmermehr den grossen Kaufmann N. indie Cur bekommen, wenn ich ihm nicht einstmalsauf dem Caffeehause in's Ohr gesagt hätte, dassWerlhof's Methode nichts tauge und dass vanSwieten ein purer Stümper sey. Als Madame X.