Druckschrift 
Das Geräusch in der Medicin
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

61

den grösseren Bronchialasten und in der Luftröhreetwas verschieden, aber im allgemeinen doch nur eineinförmiges Blasen, wie das »eines gewöhnlichen Ka-minblasebalgs.« Das Lungenzellen- oder Vesicu-largeräusch hat etwas mehr krepitirendes und rau-hes als das Bronchial - und Trachealgeräusch, derHauptunterschied von letzteren soll aber darin be-stehen, »dass es sich anhört, als ob es in einemBaume von grösserem Caliber entstehe.« Ei sehtdoch: wie schön errathen ! Besonders deutlich istdas Bespirationsgeräusch bei Kindern und heisstdesshalb »pueriles Geräusch,« welches, wenn es beiErwachsenen vorkommt, meistens von übler Bedeu-tung ist, d, h. ein abnormes Verhä'ltniss in den Lun-gen verräth. Inzwischen hat man beobachtet, dassdas Bespirationsgeräusch bei verschiedenen Indivi-duen dem Grade nach sehr verschieden seyn, »ja so-gar fehlen kann, ohne dass eine Krankheit wahrge-nommen wurde.« Selbst bei einem und demselbengesunden Individuum hat man solche Verschieden-heiten gefunden und namentlich bei schüchternenund leicht aufgeregten Personen durch die Appli-cation des Stethoskops dasselbe oft auf einige Mi-nuten aufgehoben, statt es dadurch deutlicher zumachen. Denn dieses übrigens und anscheinend sounschuldige Instrument macht oft mehr Eindruckauf das Gemüth des Patienten als auf das Gehöroder Urtheil des Arztes. Ich habe dasselbe schon