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Waidmanns-Küche oder Zubereitung der verschiedensten Wildarten : nach eigener langjähriger erfahrung gesammelt und erprobt und allen braven Waidmännern und ihren lieben Hausfrauen gewidmet
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1. LÜMllr von wilden Kirschen: Zwei Pfund wilde schwarzeKirschen (Waldkirschen) werden sammt den Kernen in einem Mörsergestoßen und mit zwei Loth Zimmet, einem Loth Gewürznelken,einem halben Loth Mnskatblülhe und zwei Quart guten Brannt-wein in eine Flasche gethan, vier Wochen lang an die Sonne ge-stellt und während dessen öfters umgeschüttelt, dann ausgepreßt,mit einem Pfuud Zucker versüßt und filtrirt.

2. Nnß-Liqucur: Vierundzwanzig noch grüne Nüsse, ohneinnere Schale, wie sie um Johanni zu sein pflegen, schneidet manin dünne Scheiben und gibt sie mit einem Loth feinem Zimmet,einem halben Loth Gewürznelken, einem Viertelloth Muskatblütheund einem starken Quart Kornbranntwein, Cognac oder Kirschen-geist in eine Flasche, stellt es vierzehn Tage an die Sonne, schütteltes öfters nm, preßt es dnrch ein Tuch, löst ein Pfund Zuckerdarin auf und filtrirt es durch Papier.

Noch besser ist es, wenn man den Zucker mit etwas Wasserkocht und läntert und, wenn er etwas abgekühlt ist, den Nuß-liqueur langsam daran gießt und wohl damit verrührt.

Ohne Zucker ist dieser Liquenr ein angenehmer Bitter undzugleich ein vortreffliches Mittel gegen Magenbesch werdenund Kolik.

3. Liquenr von Walderdbeeren : Eine Liqueurflasche wird halbmit ausgesuchten, recht reifen Walderdbeeren nnd halb mit ge-stoßenem Caudiszucker, von der hellsten Sorte, angefüllt, dann sovielCognac oder feiner Arrac darauf gegossen, als hineingeht, täglich andie Sonne gestellt und nach einigen Monaten, durch Flanell geseiht.

4. Cassis Natafm: Sechs Pfund recht reife schwarze Johannis-beeren werden abgebeert, zerquetscht, mit drei Pfuud gestoßenemZucker, etwas Zimniet und Gewürznelken uud nenn Quart gutemBranntwein in einen Krug gethan, zwei Monate lang an dieSonne gesetzt und dann durchgeseiht.

5. Liquenr von Schlehen : Man pflückt imSeptember die Schlehen an den Hecken, sucht die größten undschwärzesten aus und legt sie auf Papier oder einem Hürtcheneinen Tag in die Sonne; dann nimmt man die Kerne heraus,säubert sie von allem Fleisch, wäscht sie in frischem Wasser undtrocknet sie an der Sonne, worauf man sie bewahren kann, solange man will. Wenn man nun den Ligueur machen will, somißt man die Kerne in einem gewöhnlichen Glas und rechnet aufjedes Glas voll Kerne ein Quart guten weißen Branntwein; man