— 409 —
Nach einer andern (Wiener) Art, wird der zwei Messer-rücken dick ausgerollte Butterteig zu sechs runden Platten ge-schnitten, diese über mehrere, mit Butter bestrichene BogenPapier auf Bleche gelegt und mit einer Messerspitze leichtgestupst, damit sie beim Backen keine Blasen bekommen; dannwerden sie mit verklopftem Ei leicht bestrichen, mit feinemZucker bestäubt und im abgekühlten Ofen gebacken, und wennsie kalt geworden sind, so werden fünf Platten mit Marmeladeoder Gelöe, die man verschieden nehmen kann, messerrückendickbestrichen und die Platten übereinander gelegt, rund herummit einem scharfen Messer glatt geschnitten und oben mitfein gestoßenem Zucker bestäubt.
Eine sehr gute Fülle für Torten ist eine recht steifeAepfel-Marmelade, in die man eine kleine Obertasse vollMaraschino gerührt hat und man kann immer eine Platte mitdieser Marmelade bestreichen und die andere mit Johannis-beer-Gelse oder dergleichen.
Zu dieser Marmelade werden ein Dutzend feine Aepfel,am besten Borsdorfer oder Reinetten, jeder in acht Theilegeschnitten, in eine Casserole gethan, mit einer halben TasseWasser begossen und zugedeckt, auf gelindem Feuer weich ge-dämpft, hierauf über ein feines Haarsieb geschüttet und durch-getrieben. Diese Marmelade gibt man nun wieder in dieCasserole, mit der auf Zucker abgeriebenen Schale einer halbenCitrone oder deren Saft und einem Viertelpfund gestoßenemZucker und kocht sie, unter beständigem Rühren, nochmals auf.