GingrmachteS.
Beim Einmachen der Früchte ist auch die größte Reinlich-keit, Pünktlichkeit und besondere Achtsamkeit auf die Feuerung,nicht genug zu empfehlen, sonst helfen die besten Recepte nicht,und es ist damit gerade wie mit den eingemachten Gemüsen.
Die zum Einmachen bestimmten Casserolen, am besten vonMessing und mit einem langen Stiel versehen, Schaumlöffelund dergleichen, dürfen zu nichts Anderem gebraucht werden,und man wird wohl thun, sie jedes Mal nach dem Gebrauchegleich wegzuschließen.
Was die Feuerung betrifft, so sind manche Hausfrauender Meinung, zum Einmachen müsse das Feuer ganz schwachsein, was aber ganz unrichtig ist, denn das Feuer soll zwarnicht flammend, aber gut und kräftig sein, so daß es gehörigdarauf kochen kann, und es mißrathen besonders die Gelse'sgewöhnlich und werden zu Syrup, wenn sie nur so hin-dämpfen (bröötschen auf gut niederrheinisch) anstatt ordentlichzu kochen, natürlich alles mit Maaß und Ziel, daß es nichtüberkocht oder gar anbrennt.
Die nächste Sorge ist dann, guten Zucker zu haben; nurja keinen Rübenzucker.
Bekanntlich wird der Zucker, je nach der Art des Ein-machens, mit etwas Wasser zu verschiedenen Graden gekocht,währenddessen er abgeschäumt werden muß; diese Grade sind:Erster Grad: Breitlauf. Man taucht den Schaum-löffel in den kochenden Zucker, nimmt ihn heraus und hältihn in die Höhe und wenn der Zucker in breiten Tropfenabfließt, so hat man den ersten Grad.
Zweiter Grad: Kurzer Faden oder kleine Perle.Nach einigen Minuten längern Kochens zieht sich der Zucker